An diese Schriftsteller und Schriftstellerinnen werden wir uns in den nächsten Monaten erinnern

Eine Vorschau auf die Literaturjubiläen des Jahres 2026

Von Manfred OrlickRSS-Newsfeed neuer Artikel von Manfred Orlick

Das Literaturjahr 2026 ist reich an runden Jubiläen und literarischen Gedenktagen. Geburtstage und Todestage bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller bieten die Gelegenheit, ihre Werke neu zu lesen, ihre Aktualität zu prüfen oder sie erstmals zu entdecken. Vom Mittelalter über die Romantik bis zur Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur spannt sich ein weiter Bogen.

Bereits am 12. Januar startet das literarische Jubiläumsjahr mit dem 150. Geburtstag des amerikanischen Abenteuerschriftstellers Jack London und dem 50. Todestag der „Queen of Crime“ Agatha Christie.

Das Jahr 1926 war offenbar ein herausragender Jahrgang für die deutsche Literatur, denn in den nächsten Monaten häufen sich 100. Geburtstage: Ingeborg Feustel (1. Januar), Erich Loest (24. Februar), Elisabeth Borchers (27. Februar), Edgar Hilsenrath (2. April), Max von der Grün (25. Mai), James Krüss (31. Mai), Christa Reinig (6. August), Günter de Bruyn (1. November) oder Werner Heiduczek (24. November). Besonders hervorzuheben sind die 100. Geburtstage von Siegfried Lenz (17. März) und Ingeborg Bachmann (25. Juni). Der Sommer 2026 wird für die deutschsprachige Literatur außergewöhnlich, da drei Tage nach dem 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann der 50. Literaturpreis verliehen wird, der ihren Namen trägt.

Auch international hatte das Jahr 1926 einige literarische Schwergewichte hervorgebracht: Michael Bond (13. Januar), Dario Fo (24. März), Harper Lee (28. April), Allen Ginsberg (3. Juni), René Goscinny (14. August), Michel Foucault (15. Oktober) oder Noah Gordon (11. November).

Das Jahr 2022 war ja mit Friedrich Schlegel, Friedrich von Hardenberg (Novalis) und E.T.A. Hoffmann bereits ein Gedenkjahr für die deutschsprachige Romantik. Doch auch das Jahr 2026 wird mit dem 250. Geburtstag von E.T.A. Hoffmann am 24. Januar und dem 225. Todestag von Novalis am 25. März durchaus romantisch sein.

Erinnert werden soll auch an Hans Sachs (450. Todestag am 19. Januar), Paul Gerhardt (350. Todestag am 27. Mai), Christoffel von Grimmelshausen (350. Todestag am 17. August), Johann Peter Hebel (200. Todestag am 22. September) oder Joseph Victor von Scheffel (200. Geburtstag am 16. Februar).

Philosophisch Interessierte werden sicher schon einige Gedenktage im Kalender angestrichen haben: Francis Bacon (400. Todestag am 9. April), Martin Heidegger (50. Todestag am 26. Mai), David Hume (250. Todestag am 25. August) oder Rudolf Eucken (100. Todestag am 15. Oktober, immerhin deutscher Literatur-Nobelpreisträger von 1908).

Das literarische Jubiläumsjahr endet dann am 29. Dezember mit dem 100. Todestag von Rainer Maria Rilke, dessen 150. Geburtstag bereits vor wenigen Wochen am 4. Dezember 2025 begangen wurde.

Die meisten Gedenktage, auch für weitere regionale Autoren, werden sicher von zahlreichen Lesungen, Veranstaltungen und Ausstellungen begleitet, um die Literatur lebendig zu halten. Ein erster Blick in die Programmvorschauen der Verlage lässt außerdem auf viele Neuerscheinungen, Biografien sowie Werk- und Sonderausgaben hoffen.