Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 1, Januar 2026

Schwerpunkt: Krise und Bewältigung

Vom Zusammenhang der sektoriellen Krisen
Oliver Hoffmann untersucht mit „Polykrise“ die Anatomie des globalen Zusammenbruchs
Von Rolf Parr

Es kann den Verstand zerreißen
Oksana Maksymchuks poetisches „Tagebuch einer Invasion“ zeigt das unermessliche Grauen des russischen Angriffskrieges
Von Thorsten Schulte

Russlands grausamer Krieg gegen die Ukraine
Katja Petrowskaja legt mit „Als wäre es vorbei“ ein erschütterndes, tief bewegendes Buch vor
Von Thorsten Paprotny

Maria hat Maria nicht erhört
In Maria Aljochinas Buch „Political Girl“ beeindruckt vor allem die Unbeugsamkeit seiner Autorin
Von Rolf Löchel

„Wo der Arzt in Misskredit gekommen ist, schleicht der Scharlatan ins Haus“
Carl von Ossietzky und die Weimarer Republik
Von Günter Helmes

Berlin ist nicht Weimar?
Warum Volker Ullrich in „Schicksalsstunden einer Demokratie“ mit seiner These zur Weimarer Republik scheitern muss
Von Walter Delabar

Bewegung ist Leben
Lídia Jorges Roman „Erbarmen“ ist ein sehr persönliches Buch
Von Peter Mohr

Wie die Tochter zur Lunge der Mutter wird
In ihrer Autobiografie „Meine Zuflucht und mein Sturm“ erzählt Arundhati Roy, wie Liebe und Hass gleichzeitig existieren können
Von Mechthild Hesse

Jubiläen und Gedenktage

Ein Leben so abenteuerlich wie seine Bücher
Zum 150. Geburtstag von Jack London sind seine Reportage über das Erdbeben von San Francisco 1906 und weitere Texte über seine Heimatstadt erschienen
Von Manfred Orlick

Bekanntes im neuen Kleid
Rilkes „Sonette an Orpheus“ sind im 150. Jubiläumsjahr des Dichters in einer historisch-kritischen Ausgabe erschienen
Von Ulrich Klappstein

Zum Tod von Hermann Peter Piwitt: aus dem Archiv von literaturkritik.de

An diese Schriftsteller und Schriftstellerinnen werden wir uns in den nächsten Monaten erinnern
Eine Vorschau auf die Literaturjubiläen des Jahres 2026
Von Manfred Orlick

Editionen und Neuauflagen

Annäherungen und gegenseitige Wertschätzung
In „Gute Nachbarn“ wird in Auskünften, Randnotizen, Schnipseln und Übersetzungen die poetische Beziehung des österreichischen Schriftstellers Peter Handke und des französischen Lyrikers René Char entfaltet
Von Volker Strebel

Gegen Hausmütterchen, gegen Blaustrümpfe
In Frank Wedekinds dystopisch eingefärbter Utopie „Mini-Haha“ wird das Ideal der Frau als schönes, domestiziertes Tier entworfen
Von Günter Helmes

Eine Stippvisite ins erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts
Mit Felix Salten in Österreich und in Wien
Von Günter Helmes

Sonstiges
„Backstage“ versammelt kleine Texte von Donna Leon, mit einigen Perlen
Von Walter Delabar

Im Kosmos Ihrer Königlichen Hoheit
Holger Pils hat mit „Liebes Fräulein Herz“ einen Band herausgegeben, der offenbart, wie Ida Herz im Umkreis der Mann-Familie bisweilen ins Stolpern gerät
Von Heribert Hoven

Deutschsprachige Literatur

Nachtgeburten
Dorothee Elmiger legt mit „Die Holländerinnen“ einen ungeheuren neuen Roman vor
Von Britta Caspers

Von Sucht, prekären Verhältnissen und verborgener Zuneigung
Lena Schätte geht in ihrem Roman “Das Schwarz an den Händen meines Vaters” ganz nah ran
Von Liliane Studer

Tee-Aufguss oder Huhn in Epoxidharz
Wie man Erinnerungen aktiviert und ihnen entgeht, verdeutlicht Kaleb Erdmann in seinem fesselnden Roman „Die Ausweichschule“
Von Anne Amend-Söchting

Wenn der Arbeitsplatz zur psychischen Belastungsprobe wird
Caroline Wahl beschreibt in „Die Assistentin“ den Weg einer jungen Frau zwischen Mut und Zusammenbruch
Von Leonie Meierhof

Jeder Abschied ist der letzte
Jasmin Schreibers „Da, wo ich dich sehen kann“ ist mehr als nur ein lesenswerter Roman über die fatalen Folgen eines Femizids
Von Rolf Löchel

Über Isolation, innerlinke Konflikte und die ganz persönlichen Zerwürfnisse unserer Gegenwart
In ihrem Debütroman „Alles ganz schlimm“ erzählt Julia Pustet aus dem Leben einer jungen Frau zwischen queerfeministischen Bingo-Abenden, linken Ortsgruppen und der Psychiatrie
Von Mila Mantaj

Was bleibt, ist die Weisheit eines Schalentiers
In „Die Hummerfrauen“ erzählt Beatrix Gerstberger streckenweise spannend vom Leben an der Küste von Maine
Von Anne Amend-Söchting

Ein beeindruckendes Zeitgemälde des Lebens in Deutschland – vom Kaiserreich bis zum beginnenden Faschismus
Mit „Anna oder: Was von einem Leben bleibt“ gelingt Henning Sußebach eine brillante Biografie seiner Urgroßmutter
Von Monika Grosche

Zuhause in der transzendentalen Obdachlosigkeit
Der Gedichtzyklus “Das Haus” von Björn Hayer überzeugt mit einer unverwechselbaren Lyrik über einen der tiefsten Verluste in unserem Leben – das Verlassenwerden durch den Tod der eigenen Mutter
Von Jana Fuchs

Lebensreisen – Reiseleben
Mit Monika Pan-Stadler auf einer Weltfahrt eigener Art
Von Günter Helmes

Fünfundachtzig verweht
Helga Schuberts „Luft zum Leben“ – eine literarische Bilanz aus 65 Jahren
Von Klaus Hübner

Gegen schlechte Sprache hilft Natron leider nicht
Max Goldt widmet sich in „Aber?“ größtenteils seinen Paradethemen
Von Irina Brüning

Von Hühnern und Menschen
Die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Nava Ebrahimi verknüpft in „Und Federn überall“ gleich sechs Schicksale sehr unterschiedlicher Menschen zu einer dramatisch-sensiblen Gesellschaftsstudie über den Verlust von Menschlichkeit und der Suche nach Wärme
Von Monika Grosche

Ein Land mit doppeltem Boden
Jina Khayyer erzählt in ihrem Roman „Im Herzen der Katze“ vom Aufstand der Frauen in Iran
Von Günter Rinke

Ankommen in der rauen Wirklichkeit
In Roland Schimmelpfennigs erstaunlichem Lyrik-Erstling „Bericht von der Mondlandung“ wird Fantastisches wirklich
Von Herbert Fuchs

Es ist nicht vorbei
Transgenerationale Traumata schreiben Familiengeschichte in Lina Schwenks ergreifendem Debütroman „Blinde Geister“
Von Miriam Seidler

Am Schluss sind wir alle zahnlose Tiger
Humorvoll, aber eben nicht todernst beschreibt der Lyriker Florian Günther in “Einmal für umsonst” das Leben
Von Michael Eschmann

Mehr Dichtung, mehr Wahrheit
Kurt Palm schreibt über seine Familiengeschichte einen Roman
Von Helmut Sturm

Vom anderen Stern
Die „Libelli“ des Dichters Martin Hüttel
Von Georg Witte

Vom Aufgeben, Scheitern und Neu-Anfangen
In „Der Schlaf der Anderen“ schildert Tamar Noort eine kleine Rebellion
Von Anna Jüttner

Fremdsprachige Literatur

Zerfressende Eifersucht
„Die Besessenheit“ der Nobelpreisträgerin Annie Ernaux erzählt über eine Frau in einer Abwärtsspirale
Von Mechthild Hesse

Drei Männer und Eline
Der Roman „Vaim“ von Nobelpreisträger Jon Fosse ist eine verstörend schöne Herausforderung
Von Peter Mohr

In achtzig Jahren um die Welt
Wie alle ihre Bücher sind auch Margaret Atwoods Memoiren „Book of Lives“ in vielfacher Hinsicht lesenswert
Von Rolf Löchel

Täglich grüßt der 18. November
Solvej Balles Roman „Über die Berechnung des Rauminhalts“ ist ein faszinierendes erzählerisches Experiment, das inzwischen bei Band IV angelangt ist
Von Beat Mazenauer

Kindersterben
Marie Hermansons Tragödie aus der Zwischenkriegszeit „Im Finsterwald“ handelt davon, wie man sich verläuft
Von Walter Delabar

By a lady – ein Leben in gedeckten Farben erzählt
Janine Barchas und Isabel Greenbergs Graphic Novel über Jane Austens Leben als Schriftstellerin
Von Ulrich Klappstein

Das verschwundene Kind
Bevor er mit den bisher neun Bänden seiner Slough-House-Serie berühmt wurde, folgte Mick Herron in vier Romanen den Spuren der Oxforder Privatdetektivin Zoë Boehm – „Down Cemetery Road“ ist der erste
Von Dietmar Jacobsen

Was es war, zu sein
Lea Ypi erzählt mit „Aufrecht“ eine Geschichte über das Überleben im Zeitalter der Extreme
Von Kim Dennis Heidecker

Gegen Frust und Burnout
Mit „Matcha-Tee am Montag“ tischt Michiko Aoyama neue heilsame Geschichten aus dem Café Marble auf
Von Lisette Gebhardt

Shakespeares Sonette neu gelesen und übertragen
Kurt Kreiler legt eine erste kommentierte Ausgabe des berühmten Sonett-Zyklus vor
Von Manfred Orlick

Literaturwissenschaft

Eintauchen in Jane Austens Welt
Maxine Wildner begibt sich in ihrer Romanbiografie „Jane Austen – Stolz und Leidenschaft“ auf die Lebensspuren der Autorin
Von Liliane Studer

In Shakespeares dramaturgischen Baukasten geschaut
Elisabeth Bronfen kommt in „Shakespeare und seine seriellen Motive“ zu der Erkenntnis, dass dasselbe nicht immer das gleiche ist – zumindest in der Schreibwerkstatt des großen Elisabethaners
Von Nora Eckert

Wem gehört der Bauch einer Frau?
Der von Veronika Hofeneder und Carolin Slickers herausgegebene Band „Literatur und Abtreibung“ bietet einige interessante Erkenntnisse zur fiktionalen Bearbeitung des Themas
Von Rolf Löchel

Literatur und Wirklichkeit
Weitere Überlegungen zum sogenannten Fiktionalitätsproblem der Vormoderne
Von Jan Alexander van Nahl

Vom Handwerk des Schreibens
Ein Text+Kritik-Band erkundet umsichtig Lutz Seilers Gedichte und Romane
Von Michael Braun

Erhart Jöst präsentiert „Zugänge zur deutschen Literatur und Kultur“ vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Kultur- und Medienwissenschaft

Von Wanderung, Vermischung und Weiterentwicklung
Die Wissenschaftsjournalistin Laura Spinney präsentiert in ihrem neuen Buch „Der Urknall unserer Sprache“ die Entwicklung der indoeuropäischen Sprache
Von Georg Patzer

Philosophie, Politik, Geschichte

Wiener Erinnerungsarchitektur und die Wiederkehr des Judenhasses
Olaf Links „Geschichte(n) der Juden und Antisemiten in Wien zwischen 1848 und 1938“ zeigt, wie Veränderung Ängste schürt und Judenhass mobilisiert
Von Silvio Barta

Keine Zeit für Abstand: Die Aufklärung, das Coming-Out und die Gegenwart
Unmittelbarkeit und die Verlockung des Authentischen – Manuel Clemens folgt in „Das Dilemma der Unmittelbarkeit “ fragilen Wahrheiten bis in die Bruchlinien unserer Gegenwart
Von Silvio Barta

Wo Wahrnehmung Umwege geht und Denken nicht nach Abkürzungen sucht
Axel Beelmanns „Analecta aesthetica“ fordert Aufmerksamkeit, Geduld und Lust am Denken – und belohnt sie reichlich
Von Silvio Barta

Kunst und Musik

Schreiben, erinnern – trotz alledem
Felix Mendelssohn bei Carl Goerdeler, Jiří Weil und Maxim Biller
Von Karl-Josef Müller

Naturwissenschaft

Geisterteilchen im Zeitgeist: Unter Bergen, über Grenzen
In Christian Spierings „Das seltsamste Teilchen der Welt“ wird Neutrino-Forschung zur menschlichen Jahrhundertgeschichte
Von Silvio Barta

Verschiedenes