Hans Mayer ODER Queer Theory

Von Benedikt WolfRSS-Newsfeed neuer Artikel von Benedikt Wolf

In einem jüngeren literaturwissenschaftlichen Beitrag zu Leben und Werk Hans Mayers vertritt Eckart Goebel die These, Mayers Opus magnum Außenseiter von 1975 habe in der Wissenschaft ein Feld eröffnet, das später u.a. von Feminismus, Gender und Queer Studies bestellt worden sei. Diese These signalisiert Goebel durch die Einfügung eines „of course“ als selbstverständlich. Goebel geht noch weiter und behauptet auch eine methodologische Nähe zwischen Mayer einerseits und Michel Foucaults Arbeiten sowie der „postmodernen Idee, Singularitäten zu denken“ andererseits. Er fasst pointiert zusammen: „Mayer hat in Deutschland Voraussetzungen für die theoretischen Debatten der nächsten Generation geschaffen, die ihn dann hinter sich ließen.“[1] Für diese Position hat Goebel gute Argumente: Mayer hat durch den thematischen Zuschnitt der Studie und von einer Position großer akademischer und kultureller Reputation aus Themenfelder aufgeschlossen, die vorher als marginal galten. Auch Goebels Argument für die methodologische Nähe zwischen Mayer und Foucault, scheint zunächst plausibel: Beide Autoren gehen von orthodox-marxistischen Positionen aus oder setzen sich mit ihnen auseinander[2] und weichen dann signifikant von ihnen ab.

Ich möchte in diesem Beitrag allerdings eine gegenläufige Argumentation führen. Mit den von Goebel genannten Parametern erscheint es schlüssig, Mayers Außenseiter vor allem als Vorläufer von Foucault, Gender und Queer Studies und postmodernem Singularitätsdenken zu verstehen. Wenn man die Parameter aber anders setzt, dann wird deutlich, dass es zwischen Mayer einerseits und dem postmodernen Denken und seinen Abkömmlingen andererseits gravierende Differenzen gibt, die sich auf den Kontrast zwischen einem Fokus auf Differenz oder Identität – oder besser: Identitäten – belaufen. Besonders deutlich werden die Konsequenzen dieser Differenzen an der Queer Theory. In der Tradition der Aufklärungskritik, in die sich Mayer stellt, verbindet sich mit dem Begriff der Aufklärung ein Glücksversprechen. Die Queer Theory hat sich seit der Jahrtausendwende von diesem Glücksversprechen nicht nur verabschiedet, sie denunziert es seitdem immer offener als reaktionär. Meine Argumentation ist im Folgenden daran interessiert, die Unterschiede zwischen Mayers Denken in Außenseiter und dem aktuellen akademischen Mainstream herauszuarbeiten. Ich konzentriere mich dabei auf das Verhältnis zur Queer Theory und argumentiere für grundlegende Unterschiede im Bereich des Denkens von Differenz vs. Identitäten; im Bereich des Verständnisses der Aufklärung; und schließlich – als einem Bereich, der die Unterschiede besonders scharf hervortreten lässt – in Bezug auf die Einschätzung Israels. Ich schließe mit einem Plädoyer für eine Lektüre von Mayers Außenseitern, die das Unabgegoltene dieses Entwurfs in den Blick nimmt.

Differenz vs. Identitäten

Laut Goebel verbindet Mayer mit dem postmodernen Singularitätsdenken, dass ersterer auf der „Bedeutung des Individuums im Einzelfall“ insistiere und die Außenseiter als Monster konzeptualisiere.[3] Tatsächlich ist es eine Grundentscheidung von Mayers Außenseiter, den Einzelfall in den Blick zu nehmen. Diese Entscheidung ist einerseits gegen den orthodoxen Marxismus gerichtet. In der theoretisch dichten Einleitung der Studie geht Mayer von der Diagnose eines Scheiterns der Aufklärung aus und stellt dann sogleich die marxistische Antwort auf dieses Scheitern dar:

Allein solche Erfahrungen [des Scheiterns der Aufklärung – B.W.] widerlegen nicht die bürgerliche Aufklärung, sondern wirken als Bestätigung: man kann Unvollkommenes verbessern, verweigerte Lösungen erzwingen, der Bourgeoisie ihre Postulate entwinden, um sie durch neue gesellschaftliche Träger, mit absoluter Geltung und im Kampf gegen die einstigen bürgerlichen Protagonisten, zu verwirklichen. Dann wird Aufklärung, von ihren bürgerlichen und geschichtlichen Ursprüngen abgelöst, zum Synonym einer permanenten Revolution.[4]

Was Mayer interessiert, ist aber nicht diese marxistische Antwort, die er so früh in seinem Text einführt, sondern etwas anderes. Er wirft dem Aufklärungsdenken, sowohl dem bürgerlichen als auch dem marxistischen, „die Mißachtung des konkret leidenden Menschen zugunsten einer leidenden Menschheit“ vor.[5] In diesem Sinne richtet er den Blick auf den konkreten Fall des Außenseiters und nicht auf den Außenseiter als den Vertreter einer Klasse, einer Sorte von Menschen. Er eignet sich für Mayer also von vornherein nicht als revolutionäres Subjekt.

Andererseits hängt Mayers Interesse am Singulären mit dem Zuschnitt der Studie zusammen, die sich auf das literarische Leben, life and letters, richtet. Mayers Verständnis nach ist es der Literatur grundsätzlich eingeschrieben, dass sie Singuläres singulär gestaltet:

Literatur gehorcht der Kategorie des Besonderen. Das gilt für die schöpferische Subjektivität wie für die Besonderheit von Form und Gehalt. Sie behandelt stets Ausnahmefälle. Alle kulturpolitischen Appelle, die zur Gestaltung von kaum gebrochenen Alltagsexistenzen aufgefordert hatten, sind an dieser Konstellation gescheitert.[6]

Es hängt also auch mit der Literatur zusammen, die in Außenseiter nicht nur Gegenstand, sondern auch Medium der Erkenntnis ist, dass sich das Singuläre in den Vordergrund schiebt.

Mayers These ist es nun, dass die Literatur den Außenseiter als „konkret leidenden Menschen“ in den Blick bekomme, indem sie ihn als Monstrum gestalte. Das Monstrum ist für Mayer der Testfall, an dem sich die Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Aufklärung entscheidet, die den konkret Leidenden nicht zugunsten einer leidenden Menschheit missachtete:

Allein ob die permanente Aufklärung noch eine Chance hat in der Aktualität und Zukunft, muß an jenen Außenseitern der Gesellschaft demonstriert werden, die als Monstren geboren werden. Eben darum jedoch muß sich Aufklärung vor ihnen bewähren. Ihnen leuchtet nicht das Licht des kategorischen Imperativs, denn ihr Tun kann nicht zur Maxime einer allgemeinen Gesetzlichkeit gemacht werden.[7]

Es sind also die geborenen Monstren, das heißt in Mayers Terminologie, die existentiellen, nicht die intentionellen Außenseiter, die Mayer hier zum Prüfstein der Aufklärung macht. Mit dem Begriff des Monstrums bezieht sich Mayer auf Michel de Montaignes Essais. Er hebt hervor, dass Montaigne durchaus konkrete reale „Monstren“ im Sinne von mit gravierenden körperlichen Einschränkungen geborenen Menschen evoziere, und führt Montaignes Interpretation an, das Monströse sei keinesfalls „regelwidrig“, sondern weise vielmehr auf die Unzulässigkeit der die Regeln rekonstruierenden Vernunft hin.[8]

Mayers Formulierung, die in einer Figura etymologica die Wörter demonstrieren und Monstren engführt, weist auf einen wichtigen Aspekt für das Verständnis des theoretischen Status der Monstren hin. In der Geschichte des Wortes monstrum ist die Bedeutungsdimension des Zeigens (monstrare) eingespeichert: Was unter gegebenen Bedingungen als Monstrum erscheintweist zugleich auf etwas Allgemeines (und dessen Unzulänglichkeit) hin, stellt so gesehen eine Deutung dar. Damit ist die Singularität des Monstrums nicht vom Bezugsrahmen eines Allgemeinen abgekoppelt. Anders als das postmoderne Denken, das einen solchen Bezugsrahmen zugunsten einer Auflösung in Singularitäten verabschiedet, geht es Mayer um den Zusammenhang zwischen singulären Monstren und Allgemeinem – einen Zusammenhang, den er dynamisch und dialektisch fasst, so dass die beiden Begriffe in der Konfrontation also in ein Gespräch geraten, das sie in Bewegung bringt. Der Horizont ist ein utopischer: der dialektische Zusammenhang ist mit einem Vektor versehen, der auf eine zukünftige Aufhebung des Widerspruchs führt, in der weder die Abweichung der Monstren ausgelöscht noch das Allgemeine zerstört werden dürfte. Mayers Denken geht also von einem ganz anderen Verständnis des Singulären aus als das sich zeitgleich entwickelnde postmoderne Denken. Das Monströse des Monstrums besteht in einer Differenz, in einer Abweichung mit indexikalischem, zeigendem, demonstrierendem Wert. Die Singularitäten der Postmoderne und – ich komme zur Queer Theory und ihrem Kontext – die vielen Identitäten des aktuellen Diversitätsdenkens erscheinen dagegen als singuläre Identitätsentitäten.

Die Queer Theory versteht sich selbst als fundamental identitätskritisch. Sie begann in den frühen 1990er Jahren als ein Projekt der Kritik an einem einfachen Verständnis von v.a. Frausein, Schwulsein und Lesbischsein und argumentierte für die Konstruiertheit ‚weiblicher‘, ‚schwuler‘ und ‚lesbischer Identität‘ und das stetige Scheitern dieser Identitätskonstruktion an einer Widerkehr des Verdrängten oder Abjekten.[9] Im Hintergrund dieser Kritik wirkt m.E. aber ein Verständnis von Identität, das in einem grundlegenden Widerspruch zu dem Differenzdenken steht, das die Queer Theory abzulösen antrat. Dieses Differenzdenken ist für die Queer Theory explizit vor allem das des französischen Differenzfeminismus. Der Widerspruch besteht aber faktisch auch zur Kritischen Theorie der älteren Frankfurter Schule, in deren Tradition sich Mayer sieht und die von Verhältnissen der Nicht-Identität ausgeht. Kurz gesagt: Die Queer Theory versteht Identität als eine – wenn auch konstruierte – Entität, während das Differenzdenken der Frankfurter Schule Nicht-Identität immer nur als ein Verhältnis in den Blick nimmt – ganz in der Linie des lateinischen idem, das auf das Verhältnis zwischen zwei nicht-/identischen Gegenständen und nicht auf die ‚Identität‘ eines der Gegenstände und deren Konstruktion zielt. Dieser Unterschied im Verständnis von Identität wurde mir besonders plastisch in einem Seminar über autobiographisches Schreiben, in dem die Diskussion über eine längere Strecke von einem fundamentalen Aneinandervorbeireden gekennzeichnet war: Während die einen von der Identität von Autor, Erzähler und Figur sprachen und damit ein Verhältnis meinten, rätselten die anderen, wie sich die Identität der Autorin, der Erzählinstanz oder des Protagonisten genauer bestimmen ließe (Geschlecht, sexuelle Orientierung, Persönlichkeit etc.).

Den Unterschied zwischen dem französischen Denken der Differenz in der Tradition Jacques Lacans und den an Judith Butler anschließenden Theorien hat Tove Soiland anschaulich herausgearbeitet. Mit Bezug auf Lacan betone Butler die Bedeutung von Sprache, Diskursen, dem Symbolischen für das Hervorbringen von Geschlecht. Während aber bei Lacan das Symbolische dasjenige sei, was die imaginäre Vorstellung von Identität durchkreuze, werde die Funktion der Sprache bei Butler umgebogen zu einer Funktion der Stabilisierung von Identität.[10] Die singulären Identitäten, von denen das Butlerianische Denken spricht, sind sprachlich stabilisierte Entitäten. Die Nicht-Identität, an der das fundamental von der Psychoanalyse ausgehende Denken im französischen wie im bundesdeutschen Kontext spricht, ist ein Verhältnis, in dem etwas nicht aufgeht: das Subjekt ist nicht mit sich identisch, weil das Unbewusste in Widerspruch zum Bewussten tritt; das gesellschaftliche Allgemeine ist nicht mit sich identisch, weil die Monstren demonstrieren, dass sie mit ihm im Widerspruch stehen.

Aufklärung

Zu Mayers Verständnis von Aufklärung habe ich oben schon das für meine Argumentation Wichtige skizziert: Im Anschluss an Max Horkheimer und Theodor W. Adorno versteht Mayer Aufklärung als einen widersprüchlichen geschichtlichen Prozess. Die Schoah zwingt zur Diagnose eines faktischen Scheiterns der Aufklärung. Das heißt aber nicht, dass der Begriff der Aufklärung aufzugeben ist, sondern vielmehr, dass er ein unabgegoltenes Glücksversprechen enthält, dessen Einlösung die historische Aufgabe der Menschheit wäre. Wer die Frage stellt: „gehörten die Monstren aller Art zur Menschheit, so daß auch ihnen das Licht der Aufklärung leuchten durfte?“,[11] der hält an dem Versprechen der Emanzipation fest, das dem Begriff der Aufklärung eingeschrieben ist.

Dieses Glücksversprechen hat die Queer Theory dagegen in einer Wende, die sich in mehreren Schüben seit der Jahrtausendwende vollzieht, umfassend aufgegeben: Sie wendet sich seit Lisa Duggans Angriff auf die sogenannte ‚Homonormativität‘ gegen die Homosexuellen und denunziert in der Folge die Emanzipation der Frauen, der Homosexuellen und der Transmenschen als ‚weiß‘, ‚kolonial‘, ‚bürgerlich‘ und ‚islamophob‘.[12] Gegen die phantasierte ‚schwule Internationale‘ führt sie eine ‚queere Intersektionale‘[13] ins Gefecht – so die besonders platte Gegenüberstellung Christopher Sweetapples, die allerdings die politische Tendenz präzise auf den Punkt bringt. Die Argumente hierzu liegen seit einigen Jahren auf dem Tisch.[14]

Historisch ist das mit der Aufklärung verbundene Glücksversprechen mit dem bürgerlichen Staat verbunden. Der Realsozialismus habe, wie Mayer im Schlusswort seiner Studie bemerkt, die Aufklärung nicht „auf einer höheren Stufe[] zur Praxis gemacht“, sondern vielmehr verraten: „An den Außenseitern hat man es zu erkennen.“[15] Der bürgerliche Staat selber habe, wie Mayer ausführt, Außenseiter punktuell integriert: als weibliche Abgeordnete, jüdische Bürgermeister oder homosexuelle Nobelpreisträger. Sie blieben aber zugleich als Außenseiter markiert. Ihr Verhältnis zur Allgemeinheit bleibe durch ein fundamentales „Zwar-Aber“ von Integration und Markierung geprägt.[16] Die Institutionen des bürgerlichen Staats verhindern weiterhin in ihrem faktischen Funktionieren eine volle Entfaltung der Aufklärung, wie sie Mayer vorschwebt.

Zugleich sind dieselben Institutionen des bürgerlichen Staates aber Garanten bestimmter bürgerlicher Freiheiten, die faktische Fortschritte darstellen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden im Rahmen des bürgerlichen Staates Fortschritte erkämpft – vom Verbot der Vergewaltigung in der (zunächst ausschließlich heterosexuellen) Ehe (1997) über die rechtliche Anerkennung von Transgeschlechtlichkeit (1980[17]) bis zur Ausweitung der Ehe auf alle Geschlechter (Eingetragene Lebenspartnerschaft für Homosexuelle 2001, Eheöffnung 2017). Diese Fortschritte, von denen Mayer 1975 noch nichts wissen konnte, gilt es anzuerkennen – und zwar in ihrem Widerspruch zur Verhinderung einer Entfaltung von Aufklärung, die den bürgerlichen Staat überschritte. In der aktuellen historischen Situation ist an eine solche utopische Überschreitung kaum zu denken. Vielmehr droht die „Lösung“ für das Verhältnis von Außenseitern und Allgemeinheit in ihrer, so Mayers Formulierung, „faschistischen Variante“, die die „Ungleichheiten“ proklamiert. Für die jüdischen Außenseiter beläuft sich diese ‚faschistische Lösung‘ seit Auschwitz auf das Drohen einer „Endlösungen durch Feuer und Gas“.[18] Dass diese Drohung mit dem Feuer eine reale ist, hat das antisemitische Pogrom des 7. Oktobers 2023 der Welt vor Augen geführt. Wer das nicht sehen will, muss die Augen verschließen. Die prominentesten Vertreterinnen der Queer Theory haben das im Herbst 2023 in vollem Bewusstsein der Implikationen getan und das Pogrom zum ‚Widerstand‘ erklärt.[19] Es gilt heute das Schlimmste zu verhindern – auch im Blick auf die Drohung einer ‚Endlösung mit der Atombombe‘ vonseiten des klerikalfaschistischen Regimes in Teheran. Das scheint derzeit ohne den bürgerlichen Staat nicht möglich – und nur gegen derartige Positionierungen von Verfechterinnen der Queer Theory.

Antisemitismus und Israel

An Mayers Ausführungen zu Antisemitismus und Israel lässt sich in besonderer Schärfe zeigen, in welchen Gegensatz die Queer Theory zu Mayers Denken geraten ist. Sie stehen im Zusammenhang mit Mayers Überlegungen zum Judenhaß nach Auschwitz, die das dritte und letzte Kapitel der AußenseiterShylock, abschließen. Nach dem industriellen Völkermord schien, so rekapituliert Mayer mit Horkheimer und Adorno, der Antisemitismus obsolet geworden – wer könnte nach dem so offensichtlichen Zivilisationsbruch am Antisemitismus festhalten? Dieser vermeintliche Konsens erweise sich, so Mayer weiter, allerdings als Fehleinschätzung. Der Antisemitismus bestand und besteht weiter, nur seine Koordinaten haben sich verschoben: durch die vordergründige Tabuisierung selbst und durch die Gründung Israels 1948.

Einerseits argumentiert Mayer im engen Anschluss an Horkheimer und Adorno, dass es nach der Schoah zu einer Transformation des Antisemitismus selbst gekommen sei. Im Zuge dieser Auseinandersetzung mit Horkheimers und Adornos Elementen des Antisemitismus kommt es in Mayers Argumentation auch zu Punkten, an die ein Denken der Singularitäten, der Mannigfaltigkeit der Identitäten scheinbar anknüpfen könnte. Im Anschluss an die siebte These der Elemente des Antisemitismus argumentiert Mayer: „Auschwitz hatte nur in vordergründiger Weise mit Judenhaß zu tun. Es meinte, weit über die Existenz von Juden hinausreichend, ein globales Vernichtungsdenken, das nur noch Mehrheiten zulassen will, und Minderheit gleichzusetzen strebt mit ‚lebensunwertem Leben‘.“[20] Das klingt für heutige Ohren verdächtig nach der postkolonialen Perspektive auf die Schoah, die deren antisemitischen Charakter zu eskamotieren sucht,[21] oder nach Michael Rothbergs Positionen.[22] Der Kontext legt allerdings nahe, dass es Mayer nicht um ein Aufgehenlassen der Spezifik des Antisemitismus in einem allgemeinen Gegensatz von Minderheiten und Mehrheiten geht. Der siebten These der Elemente des Antisemitismus, die im Gegensatz zu den früheren sechs nach dem Ende der Schoah geschrieben wurde, geht es um die Analyse einer Transformation des Antisemitismus nach 1945, das heißt zu einer Zeit, zu der der Antisemitismus vordergründig verpönt ist. Der Antisemitismus müsse, so Horkheimer und Adorno, in der neuen Konstellation nicht mehr auf individuelle Erfahrung und individuelle Projektion zurückgreifen, sondern werde nun als fertiges „Ticket“ geliefert: als eine stereotype Weltsicht, die sozusagen als Paket geliefert werde. Der Antisemitismus werde „en bloc“ gewählt, ohne dass die individuelle Wahl des Antisemitismus noch nötig wäre.[23] Das heißt aber nicht, dass der Antisemitismus – in seiner Spezifik – verschwände. Vielmehr mobilisiere das Ticket wiederum die „erfahrungsmäßigen ‚Elemente des Antisemitismus‘“, die der „Erfahrungsverlust“ des „Ticketdenken[s] außer Kraft gesetzt“ habe.[24] Mayer argumentiert dementsprechend dafür, dass die Wendung gegen die Außenseiter überhaupt nach der Schoah Teil des antisemitischen Tickets geworden sei. Und folgerichtig kommt er von seinem Ausgreifen auf die Ablehnung aller Außenseiter auch wieder zurück zum Judenhass. Er zitiert Horkheimer und Adorno: „Nicht erst das antisemitische Ticket ist antisemitisch, sondern die Ticketmentalität überhaupt“[25] (da nämlich das „antisemitische Urteil“ an sich „von Stereotypie des Denkens“ zeuge[26]) – und schließt an:

Denkt man diese These zu Ende, so wird sich jede Ticketmentalität, die nicht mehr Aufklärung repräsentiert, sondern deren Abschaffung notfalls einzukalkulieren hat, zu gegebener Zeit ebenso des Judenhasses zu bedienen suchen und bedienen, wie die Leute vom gegnerischen Ticket.[27]

Diesen Punkt verdeutlicht Mayer im Rekurs auf Jean-Paul Sartres Betrachtungen zur Judenfrage (1946):

Jean-Paul Sartre schloß seine Betrachtungen von 1946 mit der Feststellung, so lange ein Jude in der Welt als Jude sich bedroht fühlen müsse, sei auch kein Franzose seines Lebens sicher: weil auch ihn, als Franzosen oder als Weißen oder wie immer, das globale Vernichtungsdenken zum Objekt machen könne.[28]

Die Vernichtungsdrohung ist antisemitisch, ganz gleich gegen wen sie sich im konkreten Fall richtet – weil der eliminatorisch gewordene Antisemitismus, der als wahnhafte Welterklärung beansprucht, die Welt durch Vernichtung retten zu können, immer die Juden meint, aber in seinem Verfolgungswahn expansiv ist, eben „über die Existenz von Juden hinaus[reicht]“.[29] Er richtet sich mit Horkheimer und Adorno gesprochen nicht gegen eine „Minorität“ – also gegen eine singuläre ‚Identität‘ im Sinne des Diversitätsdenkens –, sondern gegen die Juden als „die Gegenrasse, das negative Prinzip als solches“ von deren „Ausrottung […] das Glück der Welt“ abhängig gemacht werde.[30] Jan Gerber spricht von zwei Dimensionen der Schoah, die unauflöslich miteinander verschränkt seien, einer partikularen und einer universellen Dimension: die Schoah als „Verbrechen gegen die Juden wie gegen die Menschheit“.[31] Die Spannung dieses Widerspruchs halten sowohl Horkheimer und Adorno als auch Mayer aufrecht – im Gegensatz zu denjenigen von Gerber kritisierten aktuellen Formen von Geschichtspolitik, die eine „negative Aufhebung“[32] dieses Widerspruchs betreiben, nämlich sowohl die spezifisch antisemitische Dimension der Schoah zum Verschwinden zu bringen suchen als auch die Universalität der historischen Erfahrung der Schoah durch den Hinweis auf die angebliche Vielzahl der „Holocausts“ verneinen.[33]

Andererseits aber richtet Mayer im Kapitel Judenhaß nach Auschwitz den Blick auf die Gründung Israels in der postnazistischen Konstellation. Durch die Gründung des Staats Israel 1948 wurden, so Mayer, „die Antithesen der einstigen ‚Judenfrage‘ ins Weltpolitische erweitert: Aus dem bisherigen isolierten jüdischen Außenseiter inmitten einer nichtjüdischen Bevölkerung wurde ein jüdischer Außenseiterstaat inmitten einer nichtjüdischen Staatengemeinschaft.“[34] Und Mayer führt weiter aus, dass es sich bei diesem Außenseitertum des Staates Israel um existentielles Außenseitertum handele. Das sei an der „Tatsache“ zu erkennen, „daß jede Resolution zur Nahostpolitik auch von politischen Freunden und Bundesgenossen des Staates Israel dahin gelenkt werden muß, daß sich in ihr eine Klausel zugunsten der Existenz dieses Staates, also ein Bekenntnis zur Nichtvernichtung finden muß“.[35] Bei der Ausgrenzung des Außenseiterstaats Israel geht es um dessen Existenz. Diese Bestimmung des Charakters des Außenseitertums scheint gerade im Zusammenhang heutiger Argumente sogenannter ‚Israelkritik‘ wichtig, die diesen Staat (bzw. in der Sprache antizionistischer Ideologie: das ‚zionistische Gebilde‘) als voluntaristisches Siedlerprojekt denunzieren, anstatt den Antisemitismus als historische Bedingung der Notwendigkeit seiner Gründung anzuerkennen.

Angesichts der Diagnose vom Außenseiterstaat Israel wird die Hinfälligkeit einer unbestimmten Staatskritik augenfällig. Dieser Staat ist offensichtlich notwendig, da er der einzige bewaffnete Garant jüdischen Lebens nach Auschwitz ist. Diese Einsicht hält Mayer nicht von der Kritik an bestimmten Zuständen in Israel ab. Stefan Hermes hat das anhand von Texten Mayers zu dessen Israel-Reisen demonstriert.[36] Es zeigt sich erneut der harsche Gegensatz zur pauschalen Staatskritik in der aktuellen Queer Theory.

Zum Antizionismus bezieht Mayer vor diesem Hintergrund in Außenseiter präzise Stellung:

Das ist unsere Wahrheit heute und hier. Wer den ‚Zionismus‘ angreift, aber beileibe nichts gegen die ‚Juden‘ sagen möchte, macht sich oder anderen etwas vor. Der Staat Israel ist ein Judenstaat. Wer ihn zerstören möchte, erklärtermaßen oder durch eine Politik, die nichts anderes bewirken kann als solche Vernichtung, betreibt den Judenhaß von einst und von jeher.[37]

Diese Wahrheit, die auch hier und heute gilt, wird in der Queer Theory geleugnet. Es gibt im Feld der Queer Theory, wie es sich aktuell darstellt, keine antisemitismuskritische Position, die dieser Wahrheit Rechnung trüge, es gibt dort selbstverständlich keine israelsolidarischen Positionen. Vielmehr gibt es dort ausschließlich radikalen Antizionismus[38] – und Schweigen zum Thema. Hierin zeigt sich vielleicht am prägnantesten, wie groß der Abstand zwischen Mayers Denken und der Queer Theory ist.

Schluss

Wenn Goebel für die Kontinuität zwischen Mayers Außenseitern und dem aktuellen Diversitätsdenken argumentieren, so steht dem aus der Sicht der hier geführten Argumentation also einiges entgegen. Dabei ist freilich anzuerkennen, dass mit dieser Argumentation bei Goebel keineswegs die zuletzt kritisierte antizionistische Ausrichtung der Queer Theory verbunden ist. Vielmehr zeugt sie von einem sympathischen Bemühen, Mayers Außenseiter wieder in die Diskussion zu bringen. Das steht – so offenbar auch auf der Hannoveraner Tagung zu 50 Jahre Hans Mayer „Außenseiter:innen“ vom Mai 2025[39] – heute neben Diagnosen des Überholtseins von Mayers Buch. Ich plädiere wie Goebel dafür, Außenseiter wieder zu lesen – allerdings nicht mit dem Ziel, das Buch in aktuelle Theorietendenzen einzugemeinden, und auch nicht mit dem Ziel, auf die Leerstellen hinzuweisen, die es aus Sicht derartiger theoretischer Standpunkte aufweisen mag. Vielmehr plädiere ich dafür, das Unabgegoltene des Glücksversprechens aufzunehmen, das der Aufklärungskritik Mayers innewohnt – auch und gerade mit dem Ziel eines Einspruchs in aktuelle Diskussionen. Dafür ist ein Zurückgehen auf ein Denken der Differenz nötig, wie es Mayers Argumentation zugrunde liegt. Das Denken der Vielzahl der Identitäten lässt nur sogenanntes Empowerment und imaginäre Selbstidentität zu. Das Denken der Differenz hält jene Lücke offen, an der Freiheit denkbar wird.[40]

 

Anmerkungen

[1] Goebel, Eckart: Widerruf: „Revocation“ – On Hans Mayer and Stéphane Mosès. In: Naharaim 15 (2021), S. 41–55, hier S. 45: „[…] Mayer’s books in fact did have a substantial if clandestine impact on theoretical debates, though a full exploration of this contribution to the history [of] literary studies after 1945 is beyond the scope of this article. This is the case, of course, especially with respect to his monumental essay on Outsiders, which outlines a cultural history of women, male homosexuals, and Jews since antiquity. It is evident that this brave and path-breaking book from 1975 prepared the ground for subsequent debates on feminism, gender and queer theory, and more recent studies of various aspects of Jewish-German history. Mayer’s methodological approach, developed against orthodox Marxism, had a similar impact. Mayer insisted on the significance of the individual in the singular case. He conceptualizes outsiders as ‚monsters‘. This approach anticipates both Michel Foucault’s analysis of discourse as well as the postmodern idea of thinking singularities. In other words, Mayer prepared the ground in Germany for the theoretical debates of the next generation, which in the end left him behind.“

[2] Vgl. zu Mayers Begegnung mit dem Marxismus und zum frühen Engagement in der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands und der Kommunistischen Partei Deutschlands (Opposition) Mayer, Hans: Ein Deutscher auf Widerruf. Erinnerungen. Bd. 1. 2. Aufl. Frankfurt a.M. 1985 [1982], S. 93–137 u. S. 152–164; Rüther, Martin: Sozialdemokraten, Sozialisten, Gewerkschafter. Arbeiterbewegung und Widerstand in Köln 1933–1938. Hg. vom NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Berlin 2024, bes. S. 272–275; zu Foucaults Verhältnis zum (Partei-)Marxismus Foucault, Michel: Der Mensch ist ein Erfahrungstier. Gespräch mit Ducio Trombadori. Übers. von Horst Brühmann. Frankfurt a.M. 2008 [1980], S. 39–42; Brieler, Ulrich: Karl Marx. In: Kammler, Clemens / Parr, Rolf / Schneider, Ulrich Johannes (Hg.): Foucault-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. 2. Aufl. Berlin 2020, S. 191–194.

[3] Goebel, Widerruf, S. 45.

[4] Mayer, Hans: Außenseiter. Frankfurt a.M. 1975, S. 9.

[5] Ebd., S. 10.

[6] Ebd., S. 13.

[7] Ebd., S. 11 (Hervorhebung im Original).

[8] Ebd., S. 12f.

[9] Vgl. zuletzt etwa Laufenberg, Mike / Trott, Ben: Queer Studies: Genealogien, Normativitäten, Multidimensionalität. In: diess. (Hg.): Queer Studies. Schlüsseltexte. Berlin 2023, S. 7–99, hier S. 10.

[10] Soiland, Tove: ‚Gender‘: Kontingente theoretische Grundlagen und ihre politischen Implikationen. In: gender…politik…online. Das geschlechterpolitische Portal für die Sozialwissenschaften, Dezember 2009. URL: https://www.fu-berlin.de/sites/gpo/pol_theorie/Zeitgenoessische_ansaetze/Kontingente_theoretische_Grundlagen/soiland.pdf [Abruf am 19.03.2026], S. 8.

[11] Mayer, Außenseiter, S. 13 (Hervorhebung im Original).

[12] Wolf, Benedikt: Stonewall hieß Angriff. Zur antiemanzipativen Wende in der Queer Theory. In: l’Amour laLove, Patsy (Hg.): Beißreflexe. Kritik an queerem Aktivismus, autoritären Sehnsüchten, Sprechverboten. Berlin 2017, S. 138–145; vgl. Duggan, Lisa: The New Homonormativity: The Sexual Politics of Neoliberalism. In: Castronovo, Russ / Nelson, Dana D. (Hg.): Materializing Democracy. Toward a Revitalized Cultural Politics. Durham/London 2002, S. 175–194.

[13] Sweetapple, Christopher: Introducing a German Chapter of the Queer Intersectional. In: ders. (Hg.): The Queer Intersectional in Contemporary Germany. Essays on Racism, Capitalism and Sexual Politics. Gießen 2018, S. 7–23, hier S. 8 und 16f.

[14] Vgl. u.a. Kunstreich, Tjark: Dialektik der Abweichung. Über das Unbehagen in der homosexuellen Emanzipation. Hamburg 2015; l’Amour laLove (Hg.), Beißreflexe; Vukadinović, Vojin Saša (Hg.): Freiheit ist keine Metapher. Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik. Berlin 2018; Wolf, Benedikt: Queer. And now? Für eine kritische Geschichtsschreibung der Queer Theory. In: Afken, Janin u.a. (Hg.): Jahrbuch Sexualitäten 2019. Göttingen 2019, S. 153–178. Online verfügbar unter URL: http://queernations.de/wp-content/uploads/2021/04/QueerNations-JahrbuchSexualitaeten-BenediktWolf-QueerTheory.pdf [Abruf am 19.03.2026].

[15] Mayer, Außenseiter, S. 463.

[16] Ebd., S. 460f. (Hervorhebung im Original).

[17] Das von der Transbewegung vehement kritisierte Transsexuellengesetz wurde 2024 durch das Selbstbestimmungsgesetz abgelöst.

[18] Mayer, Außenseiter, S. 461 (Hervorhebungen im Original).

[19] Vgl. z.B. Hesse, Michael im Interview mit Judith Butler: Philosophin Judith Butler über Israel und Hamas: „Die Gräueltaten waren entsetzlich“. In: Frankfurter Rundschau vom 17.11.2023. URL: https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/judith-butler-israel-hamas-krieg-philosophin-interview-netanjahu-biden-antisemitismus-92678387.html [Abruf am 01.04.2026]; o.A.: Philosophin Judith Butler nennt Hamas-Massaker „bewaffneten Widerstand“. In: Die Presse vom 07.03.2024. URL: https://www.diepresse.com/18250340/philosophin-judith-butler-nennt-hamas-massaker-bewaffneten-widerstand [Abruf am 01.04.2026]. Vgl. zu den Reaktionen des akademischen und aktivistischen queerfeministischen Milieus auf den 7. Oktober 2023 Szimpla, Veronika: Im mentalen Barbieland. Der fortlaufende gendertheoretische und queerfeministische Verrat an jüdischen Frauen. In: Vukadinović, Vojin Saša (Hg.): Siebter Oktober Dreiundzwanzig. Antizionismus und Identitätspolitik. Berlin 2024, S. 242–261.

[20] Mayer, Außenseiter, S. 452.

[21] Vgl. kritisch Elbe, Ingo: Postcolonialism, Antisemitism, and Israel: The ‚Progressive‘ Attack on the Jewish State and Holocaust Memory. In: Ritzer, Ivo (Hg.): On the Critique of Identity. Berlin 2024, S. 155–185.

[22] Hermes, Stefan: Ein Stück Heimat? Hans Mayers ambivalente Sicht auf Israel. In: Naharaim 16 (2022), S. 129–148, hier S. 130; vgl. Rothberg, Michael: Multidirectional Memory. Remembering the Holocaust in the Age of Decolonialization. Stanford 2009.

[23] Horkheimer, Max / Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. 16. Aufl. Frankfurt a.M. 2006, S. 210.

[24] Ebd., S. 215.

[25] Ebd., S. 217, zit. bei Mayer, Außenseiter, S. 457.

[26] Horkheimer/Adorno, Dialektik der Aufklärung, S. 210.

[27] Mayer, Außenseiter, S. 457.

[28] Ebd.

[29] Ebd., S. 452.

[30] Horkheimer/Adorno, Dialektik der Aufklärung, S. 177.

[31] Gerber, Jan: Das Verschwinden des Holocaust. Zum Wandel der Erinnerung. Berlin 2025, S. 264.

[32] Ebd., S. 265.

[33] Vgl. ebd., S. 233–250.

[34] Mayer, Außenseiter, S. 450f. (Hervorhebung im Original).

[35] Ebd., S. 451 (Hervorhebung im Original).

[36] Hermes, Ein Stück Heimat?; vgl. zu Mayers Verhältnis zu Israel auch Goebel, Widerruf, S. 50–55.

[37] Mayer, Außenseiter, S. 457.

[38] Vgl. auch Vukadinović, Vojin Saša: Siebter Oktober Dreiundzwanzig. Einleitung. In: ders. (Hg.), Siebter Oktober Dreiundzwanzig, S. 11–38, hier S. 21–23.

[39] Vgl. die Tagungsankündigung unter https://www.germanistik.uni-hannover.de/seminar/news-und-veranstaltungen/news/aktuelles-detailansicht/news/hans-mayer-tagung [Abruf am 20.05.2026]; sowie den Tagungsbericht Engelmeier, Hanna: Ideal Typus. Ein Reigen von Zeugen mit zugeschriebenem anthropologischem Status: Wie Hans Mayer vor 50 Jahren über „Außenseiter“ schrieb. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28.05.2025.

[40] Vgl. Kirchhoff, Christine: Hass auf Vermittlung und „Lückenphobie“. Zur Aktualität der Psychoanalyse. In: Phase 2 41 (2011/2012). URL: https://www.phase-zwei.org/hefte/artikel/hass-auf-vermittlung-und-lueckenphobie-103 [Abruf am 19.03.2026]; Witte, Sonja: Am „allergischen Punkt des Sexus“. Überlegungen zu Ekel, Lust und Sexualmoral. In: Amelung, Till Randolf (Hg.): Irrwege. Analysen aktueller queerer Politik, Berlin 2020, S. 148–168, hier S. 151f.