Von Erinnerungskultur und Zechenromantik

Hinweis zu „Literaturgeschichte des Ruhrgebiets seit 1960 nach Knotenpunkten“

Von Anna Christina KöbrichRSS-Newsfeed neuer Artikel von Anna Christina Köbrich und Carina MergRSS-Newsfeed neuer Artikel von Carina Merg

Zu Gast im literarischen Salon NRW sind Prof. Dr. Rolf Parr, Professor für germanistische Literatur- und Medienwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen, und Luzia Ernst, Studentin an der Folkwang Universität der Künste. Anmoderiert von Iuditha Balint, Leiterin des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt, stellen die beiden den im Metzler Verlag erscheinenden Band Literaturgeschichte des Ruhrgebiets seit 1960 nach Knotenpunkten vor, zusammengestellt von Rolf Parr, Werner Jung, Dirk Hallenberger und Britta Caspers. 

Im Werk verhandelt werden bisher wenig präsente Texte, die einen Beitrag zur literarischen Kommunikation im Ruhrgebiet leisten. Die Besonderheit der Neuerscheinung besteht in der Anordnung: Die Texte sind nicht chronologisch, sondern nach Knotenpunkten, wie beispielsweise Ruhrgebiets-Popliteratur oder dem Entwurf eines neuen Ruhrgebiet-Bildes im Zuge der Kulturhauptstadt RUHR.2010, sortiert. Nicht alle, aber zumindest einige Fehler, die beim Schreiben einer (regionalen) Literaturgeschichte unterlaufen können, sind laut Parr umgangen worden. Er führt jeweils kurz kontextualisierend in die vier gewählten Ausschnitte ein, bevor Luzia Ernst diese rezitiert.

Zuerst werden Passagen aus Wolfgang Körners Roman Nowack (1969), welcher sich der in der Pop-Literatur beliebten Technik des Cut Up-Verfahrens bedient, vorgestellt. Ein durchs Ruhrgebiet streifender Fotograf dokumentiert darin u.a. die Zechenbesetzungen.Der zweite Textausschnitt entstammt Woomy Schmidts Roman Beat (1995), der das Lebensgefühl der 1960er einfängt und soziale Hierarchien in die Topographie der Stadt Essen projiziert. Anschließend wird kurz aus Jörg Albrechts Universal Sounds of Ruhrgebiet (2008), einem Text voll von Bezügen auf die Popmusik, gelesen. Den Abschluss bildet ein Abschnitt aus Frank Goosens 2009 im Zuge des Großprojektes Kulturhauptstadt RUHR.2010 entstandener Roman Radio Heimat, der als ein Stück Heimatliteratur Zechenromantik und die kulturelle Diversität des Ruhrgebiets vereint.

Anmerkung der Redaktion: literaturkritik.de rezensiert grundsätzlich nicht die Bücher von regelmäßigen Mitarbeitern der Zeitschrift, Angehörigen der eigenen Universität oder aus dem Verlag LiteraturWissenschaft.de. Daher wird die obige Veranstaltung hier gesondert vorgestellt.

Ein Beitrag aus der Redaktion Gegenwartskulturen der Universität Duisburg-Essen