Weibliches Schreiben aus zweieinhalb Jahrtausenden

Der Band „100 Autorinnen in Porträts“ empfiehlt die vorgestellten Schriftstellerinnen und sich selbst zur Lektüre

Von Rolf LöchelRSS-Newsfeed neuer Artikel von Rolf Löchel

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Ein Dutzend Jahre sind ins Land gestrichen, seit sich fünf Autorinnen aufmachten, um das Publikum unter dem Titel Leidenschaften mit „99 Autorinnen der Weltliteratur“ bekannt zumachen. Nun hat das aus Verena Auffermann, Julia Encke, Ursula März, Elke Schmitter und Gunhild Kübler bestehende Quintett eine überarbeitete und erweiterte Ausgabe des Buches auf den Markt gebracht, die 100 Autorinnen in Porträts vorstellt. Tatsächlich handelt es sich sogar um 102 Schriftstellerinnen, denn die Schwestern Brontë werden gemeinsam in einem der 100 Artikel behandelt, die nach dem Geburtsdatum der Literatinnen absteigend angeordnet sind. Die angehängt Liste der „Autorinnen in alphabetischer Reihenfolge“ erleichtert daher die Suche nach dem Portrait einer bestimmten Literatin.

Als erste Schriftstellerin nennt das Buch überraschender Weise jedoch nicht eine der vorgestellten Autorinnen, sondern eine Lyrikerin, die bis vor einem Jahr noch so gut wie unbekannt war, im Januar 2021 jedoch mit einer Auftragsarbeit von sich reden machte, die vor religiösem Schwulst und patriotischem Pathos troff, was der fast allerorten positiven Rezeption jedoch keinen Abbruch tat. Die Rede ist natürlich von Amanda Gorman und ihrem Gedicht The Hill We Climb.

Dieser wenig gelungene Einstieg in das Vorwort zum vorliegenden Band sei den fünf Autorinnen gerne nachgesehen. Denn die Portraits selbst sind nicht nur informativ und unterhaltend, sie zu lesen ist geradezu ein ästhetischer Genuss, denn die Verfasserinnen sind nicht nur Meisterinnen ihres Faches (der Literaturkritik und -wissenschaft), zwei von ihnen, März und Schmitter, sind zudem selbst schon mit Romanen und anderen fiktionalen Werken hervorgetreten. Wohltuend ist auch, dass sie – anders als etliche Herren der Literaturkritik – nur selten einmal auf die äußere Erscheinung der Portraitierten eingehen. Und wenn doch, heißt es von einer der Literatinnen, ihre Schönheit sei „legendär“ gewesen.

Die „kommerziell erfolgreichste deutsche Schriftstellerin der Gegenwart“ Juli Zeh hat es nicht nur in das Buch, sondern – neben Chimamanda Ngozi Adichie, Margaret Atwood und Sappho – auch in dessen Untertitel gebracht. Das dürfte allerdings weniger den herausragenden Stellungen der vier Autorinnen zu danken sein, als vielmehr dem Umstand, dass ihre Namen am Anfang oder Ende des Alphabets zu finden sind beziehungsweise es sich im Falle von Sappho um „[d]ie Erste“ der Autorinnen handelt. Das lässt zumindest der Titel des ihr gewidmeten Essays vermuten. Seine Autorin Ursula März präzisiert im Text allerdings aus gutem Grund, dass ihre „formal meisterhaften Liedverse“ am „Beginn abendländischer Dichtung“ (Herv. R.L.) stehen. Denn die erste nicht nur der Autorinnen, sondern der literarisch schreibenden Menschen überhaupt, war nach derzeitigem Kenntnisstand eine andere. Bereits vor rund 4300 Jahren hat die in der sumerischen Stadt Ur lebende Prinzessin und Priesterin Enheduanna die von ihr verfassten Hymnen mit ihrem Namen gezeichnet und somit als ihre Werke ausgewiesen. Niemand zuvor hatte das je getan. Richtete Sappho eine Ode an Aphrodite, sind etliche von Enheduannas Lobgesänge der Liebesgöttin Inanna gewidmet.

Jedem der Portraits ist eine prägnante und mitunter etwas geheimnisvolle Überschrift vorangestellt; dazu angetan, Interesse und Neugierde der Lesenden zu wecken. Der Titel des Zadie Smith gewidmeten Essays „Schreiben als Parallelaktion“ etwa erinnert zwar an ein groß angelegtes, aber nie verwirklichtes Unternehmen in Robert Musils Mann ohne Eigenschaften, Smith aber setzt ihre literarische ‚Parallelaktion’ gleich doppelt um: in ihren fiktionalen Werken und den parallel zu diesen verfassten Essays. Auch Am Anfang war die Scham, die Überschrift zu dem Text über Annie Ernaux, erinnert an das Buch einer anderen: Die Scham ist vorbei von Anja Meulenbelt. Doch zielt der Titel hier auf Ernaux’ Debüt Die Scham.

Die Artikel selbst nähern sich auf sehr unterschiedliche Weise ihren Objekten, den Literatinnen und ihren Werken. Manche referieren und beurteilen etwa überwiegend letztere, andere widmen sich eher der Biographie der betreffenden Schriftstellerin, ohne dass sich ein Portrait allerdings je ganz auf das eine oder das andere beschränken würde. So konzentriert sich Julia Encke zwar auf Siri Hustvedts Buch Die zitternde Frau, beleuchtet jedoch auch kurz deren Biographie und erwähnt andere ihrer Werke. Hat eine Autorin nur ein Werk verfasst, so widmet sich der betreffende Essay selbstverständlich diesem. So etwa im Falle von Margaret Mitchell und ihrem „Zankapfel-Roman“ Vom Wind[e] verweht. „Eine Urkunde der Emanzipation. Ein Anti-Schlachten-Gemälde. Ein Dokument des Rassismus. Ein seichtes Buch. Und gerade deshalb ein gefährliches Buch“, charakterisiert Elke Schmitter das Werk. „Wer immer“ aber „das Buch als Trivialroman schilt“, übersehe, „dass Mitchell ihrem Publikum eine Tour des Schreckens zumutet“. Wie wahr! Dass die Verfilmung des Romans „in nichts verfälschend“ sei, trifft hingegen nicht ganz zu, wird in ihr doch weniger deutlich, dass es sich bei der „Selbsthilfegruppe gedemütigter, eigentlich wohlerzogener Zeitgenossen“, der sich einige der oft positiv gezeichneten männlichen Figuren des Romans wie auch des Films anschließen, um den Ku-Klux-Klan handelt.

Wie die Autorinnen im Vorwort des Bandes darlegen, haben sie für die Auswahl der zu Portraitierenden „das unabdingbare Kriterium literarischer Qualität mit dem historischen und biographisch Exemplarischen verknüpft“. Daher sei an dieser Stelle erwähnt, dass nicht alle Literaturnobelpreisträgerinnen in den Band aufgenommen wurden. Dass Pearl S. Buck keinen Eingang in den Band gefunden hat, mag wenig überraschen. Doch auch die erste Preisträgerin Selma Lagerlöf fehlt. Ebenso Luise Glück, die bislang letzte. Überhaupt ist die Hälfte der sechzehn mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Literatinnen nicht in den Band zu finden. Zumeist wohl zu Recht.

Nun spiegeln die Portraits zwar die – wie es heißt – „zweieinhalb Jahrtausende alte Geschichte des Schreibens von Frauen“ wider. Mehr als zwei Drittel der vorgestellten Schriftstellerinnen aber „kommen aus dem 20. Jahrhundert“. Dieses scheinbare Missverhältnis ist allerdings nicht dem Autorinnen-Quintett anzulasten. Der Grund liegt vielmehr in den Produktionsbedingungen weiblichen Schreibens, die sich überhaupt erst seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert langsam zu bessern begannen und im 20. einen größeren Aufschwung nahmen. Was allerdings noch lange nicht bedeutet, dass Schriftstellerinnen im 21. Jahrhundert unter den gleichen Bedingungen schreiben wie ihre Kollegen. Welcher Mann hält schon seiner literarisch tätigen Partnerin den Rücken frei, indem er beispielsweise für den Broterwerb sorgt und ‚nebenbei’ noch den Haushalt führt.

Zur Illustration der miserablen Situation, unter denen (potentielle) Literatinnen früherer Jahrhunderte litten, greifen die Autorinnen im Vorwort das „berühmte[.] Gedankenspiel“ auf, das Virginia Woolf vor „beinahe 100 Jahre[n]“ erdachte. Es gilt der Frage, was aus einer ebenso talentierten Schwester Shakespeares geworden wäre. Auch in dem Woolf gewidmeten Beitrag wird deren Shakespeare-Phantasie erwähnt. Die erste, die ein solches Gedankenexperiment anstellte, war sie allerdings nicht. Denn die brillante Schriftstellerin und Feministin Hedwig Dohm hatte in ihrem Essay Die wissenschaftliche Emancipation der Frau bereits 1874 darüber nachgedacht, was aus dem Talent Friedrich Schillers geworden wäre, wäre er „als kleine Friederike zur Welt gekommen“. „Keine Nachwelt würde, o Riekchen, deinen Namen nennen“, denn schon die Lehrer „in der kleinen Mädchenschule zu Marbach“ würden sie „mit Fingerklopfen gestraft“ haben, wenn sie „ihre Bücher mit Versen beschmiert“ hätte. Nicht nur Dohms Überlegungen zur fiktiven Friederike Schiller scheint dem Autorinnen-Quintett unbekannt, Dohm selbst wurde – bedauerlicher Weise – nicht in den vorliegenden Band aufgenommen.

Eröffnet wird er mit einem Porträt der 1981 geborenen „französisch-marokkanischen Schriftstellerin“ Leïla Slimani. Ihr folgt die weitaus bekanntere Chimamanda Ngozi Adichie. Gunhild Kübler stellt die Bücher des „internationalen Literaturstar[s]“ in der Chronologie ihres Erscheinens vor. Die nigerianische Schriftstellerin aus der Ethnie der Igbo bietet allerdings nicht „ein möglichst vielstimmiges Erzählen aus afrikanischer Perspektive“, wie es mit Bezug auf den Erzählband Heimsuchungen heißt. Denn die eine afrikanische Perspektive gibt es nicht. Allenfalls afrikanische Perspektiven. Zudem sind die Perspektiven, die Adichies Figuren einnehmen, vornehmlich nigerianische, genauer gesagt zumeist diejenigen der Igbo, die wahrhaftig vielstimmig und unterschiedlich genug sind, je nach Alter, Klasse, Geschlecht, Charakter und Individualität. Am Ende ihres Textes weist Kübler auf eine bislang nur in englischer Sprache erhältliche neue „Geschichte“ Adichies mit dem Titel Zikora hin und weckt so die Vorfreude des deutschsprachigen Publikums. Denn dass eine Übersetzung nicht lange auf sich warten lassen wird, dürfte gewiss sein.

Des Weiteren vorgestellt werden – in jedem Fall sehr zu Recht – Zeruya Shalev, die die, „Überzeugung“ vertrat, „Politik und Literatur“ seien „nicht zu vermischen“, und daher „ihre empfindsamen, universell verstehbaren Ehe- und Liebesgeschichten gleichsam auf der Rückseite der Historie [verfasste]“; „die umstrittene und verehrte Nobelpreisträgerin“ Elfriede Jelinek mit ihren „[g]arstig-irdische[n] Hausfrauen“ und „Männer[n] zum Übelwerden“; die „gut gelaunte und treffsichere Kassandra“ Margaret Atwood; die „Ikone weiblichen Genies und weiblichen Scheiterns“ Sylvia Plath; der „Star der deutschsprachigen Literatur der Nachkriegszeit“ Ingeborg Bachmann; die „international renommierteste Autorin des sozialistischen Deutschland“ Christa Wolf und die zweifellos um einiges bedeutendere DDR-Autorin Irmtraud Morgner, die „ihr[.] Thema Frauenemanzipation“ in einer „lockeren Mischung von fantastischen, komischen Elementen und realistischer Alltagsbeschreibung aus feministischer Perspektive“ vorführt.

Erfreulicher Weise fehlt auch die „Gigantin der Fantasie“ Joanne K. Rowling nicht. Dass „der größte Bucherfolg in der Geschichte der Menschheit […] auf ihr Konto [geht]“, darf allerdings bezweifelt werden. Ohne es überprüft zu haben, dürfte derjenige der Bibel den der Harry-Potter-Romane doch übertreffen. Nun ja, die Bibel ist ja auch schon das eine oder andere Jahrtausend länger auf dem Markt.

Auch dass „die scharfsichtige und in ihrer Beobachtungslust gnadenlose“ Katherine Mansfield aufgenommen wurde, erfreut zwar, vermag jedoch nicht zu überraschen. Eher schon, dass die „Selfmadewoman“ und „Erfinderin des industriellen Schaffens“ Hedwig Courths-Mahler mit ihrem „monströsen Werk[.]“ ebenfalls zu finden ist.

Aus früheren Jahrhunderten wurde zudem Mary Shelley die Ehre der Aufnahme in den Band zuteil, deren späte Dystopie Der letzte Mensch ihren Frankenstein-Roman „an Düsternis noch überbietet.“ In beiden liege „der Horror nicht im Außerirdischen oder im Geisterhaften, sondern darin, dass Menschen tun, was ihnen möglich ist“, erklärt Schmitter. Und genau das macht die Bedeutung beider Werke aus.

Ebenfalls gewürdigt werden die „Menschenrechtsaktivistin“ Bettine von Arnim und die etwas ältere Madame de Staël, die im 18. Jahrhundert als eine der ersten AutorInnen emanzipierte Frauenfiguren erdachte. Etwa vier Jahrhunderte zuvor hatte Christine de Pizan als „erste Intellektuelle“ nicht nur ein „umfang- und facettenreiches Werk“ geschaffen, sondern mit dem Buch von der Stadt der Frauen, wie Gunhild Kübler vorsichtig formuliert, auch „die erste feministische Utopie Europas“ geschrieben. Dass es auf anderen Kontinenten zuvor schon welche gegeben hat, dürfte allerdings recht unwahrscheinlich sein.

Nur sehr gelegentlich stechen kleinere Ungenauigkeiten, wenn nicht gar Irrtümer ins Auge. Dass Doris Lessing „[a]ls eine der ersten Autorinnen“ Science Fiction schrieb, mag selbst angesichts der Unschärfe der Behauptung kaum durchgehen. Gab es doch schon etliche SF-Autorinnen, lange bevor 1974 Lessings Dystopie The Memoirs of a Survivor und der um 1980 entstandene Canopus-Zyklus erschienen. Zu nennen wären allein im deutschsprachigen Raum etwa Moderatus Diplomaticus (d.i. die aus Hamburg stammende Marquesa Emilia Bufalo della Valle), Rosa Voigt, Therese Haupt und Bertha von Suttner, die allesamt bereits vor dem ersten Weltkrieg Science-Fiction veröffentlichten, sowie zwischen den Weltkriegen L. Andro (d.i. Österreicherin Helene Rie), Helene Burmaz, Annie Harrar, Caelestes Junior (d.i. Leipzigerin Elisabeth Pfau), Marga Passon und natürlich Thea von Harbou.

Bei dem Land Gilead in Atwoods Roman Der Report der Magd wiederum handelt es sich mitnichten um das „biblische Land östlich des Jordans“. Vielmehr ist es der Teil der – im Roman – ehemaligen Vereinigten Staaten von Amerika, in dem ein Terror-Regime misogyner Christen herrscht.

Auch befremdet es etwas, wenn die portraitierten Schriftstellerinnen wiederholt mit Günter Grass verglichen werden. Juli Zeh etwa „steht“ laut Ursula März in dessen „Tradition“. Eine Behauptung, die ja durchaus als herabsetzend empfunden werden kann. A.L. Kennedy wiederum vereine, ebenfalls März zufolge, Virginia Woolf und Günter Grass „in einer Person, nur witziger als dieser und weniger entrückt als jene“. Auch im Portrait von Sibylle Berg wird Grass – diesmal zusammen mit Max Frisch – erwähnt, nun allerdings nicht von März, sondern von Emcke. Vielleicht wäre es überhaupt angebracht, weniger Vergleiche zu den Kollegen der Schriftstellerinnen zu ziehen.

Im Vorwort bekennt das Autorinnen-Quintett, dass zweifellos jede LeserIn des Buches den einen oder anderen Namen „vermissen“ werde. Das ist so und kann auch gar nicht anders sein. Allerdings hätte auf die eine oder andere der aufgenommenen Schriftstellerin auch gut verzichtet werden können. Allen voran Virginie Despentes, deren pornographische Rape-Revenge-Roman Bais Moi Männerphantasien bedient und die laut Encke behauptet, dass „Porno ein Ort der Sicherheit sei“. Dies passt jedenfalls dazu, dass Despentes Prostitution als Möglichkeit weiblicher Selbstbestimmung rühmt. Immerhin aber verklärt Encke sie nicht zur Feministin, wie manch andere das tun.

Aber auch die ebenfalls mit einem Portrait vertretene Anna Seghers wird weit überschätzt, zumal die Romane Die Toten bleiben jung (1949) und Das siebte Kreuz, ihre Schwäche schon in ihren Titeln respektive Untertiteln offenbaren. Letzter ist eben kein Roman aus Hitler-Deutschland, sondern nur einer – im Übrigen nicht sonderlich wahrhaftiger – über Hitler-Deutschland. Denn als Seghers ihn verfasste, war sie schon längst im Exil. Die Toten wiederum bleiben eben gerade nicht jung, sondern altern mit ihren Ideen und Idealen, während die Lebenden die ihren immer wieder durchdenkend erneuern und somit jung erhalten können. Gesagt werden muss aber auch, dass Schmitters Text über Seghers erfreulich kritisch ist. So weist sie etwa darauf hin, dass im siebten Kreuz „nur Männer [handeln]“. Doch konzentriert sich ihre Kritik insgesamt nicht so sehr auf Seghers’ Literatur, sondern insbesondere auf ihre politische Haltung in der DDR, von der sie sich „schnell vereinnahmen“ ließ, was sich dann auch in ihren Werken niederschlug und zu Sätzen führte wie dem von Schmitter zitierten: „Denn für uns ist jeder Tag, den Stalin lebt, ein ungeheurer Gewinn.“ Warum aber wurde Seghers überhaupt in den Band aufgenommen?

An ihrer Statt hätte etwa Irmgard Keun Eingang in den Band finden können, die Seghers nicht nur literarästhetisch einiges voraus hat, sondern mit Nach Mitternacht wirklich einen antifaschistischen Romane aus Hitler-Deutschland schrieb.

Abgesehen davon sprühen die Portraits vor originellen Gedanken und Überlegungen zu den Literatinnen, sind also in vielerlei Hinsicht anregend – und zwar nicht zuletzt zum Kauf der Werke mancher der vorgestellten Autorinnen. Denn in dem Band sind etliche Entdeckungen zu machen. Wenn er einen Wunsch offen lässt, dann den nach einem Folgeband, in dem 100 vergessene oder unterschätzte Autorinnen vorgestellt werden. Das wäre zwar vermutlich mit weit ausgedehnterem Rechercheaufwand verbunden, für die Lesenden wohl aber von noch größerem Gewinn. Auch ein Band mit nur zwanzig solcher Portraits wären schon sehr begrüßenswert. Bis dahin kann man anderen oder auch sich selbst schon mal den vorliegenden Band zum Geschenk machen. Die Freude ist im einen wie im anderen Fall garantiert.

Titelbild

Verena Auffermann / Julia Encke / Ursula März / Elke Schmitter / Gunhild Kübler: 100 Autorinnen in Porträts. Von Atwood bis Sappho, von Adichie bis Zeh.
Piper Verlag, München 2021.
585 Seiten, 24,00 EUR.
ISBN-13: 9783492070867

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