Fraulich_keiten: Vorbemerkungen zum Themenschwerpunkt „Literatur im (post-)feministischen Zeitalter“

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Liebe Leser:innen,

in unserem Juni-Schwerpunkt widmen wir uns dem Thema „Fraulich_keiten: Literatur im (post-)feministischen Zeitalter“, und dies von gleich drei Seiten: Einerseits rücken wir Autor:innen in den Mittelpunkt, die sich in vielversprechenden Karrieren befinden. Manche haben Literarisches Schreiben studiert, manche sind auch journalistisch tätig bzw. stehen als Aktivist:innen für Selbstbestimmung und das Überwinden binärer Denkmuster ein. Andererseits widmen wir uns dem Thema Weiblichkeit in diversen Formen, die in der Gegenwartsliteratur auf ganz unterschiedliche Weise behandelt werden. Und schließlich werfen wir auch die Frage auf, welchen Einfluss das Geschlecht von Autor:innen auf das Auswahl- und Rezeptionsverhalten von Leser:innen haben kann und könnte.

Dieser weite Bogen beginnt mit Nora Schultes Rezension zu Anna Katharina Hahns Familienroman Aus und davon, in dessen Zentrum Aufbruch und Emanzipation stehen. Um Körpergefühl, den Wunsch nach Selbstbestimmung, aber auch um den gesellschaftlichen Druck, der auf heranwachsende Frauen ausgeübt wird, geht es im Debütroman Wie die Gorillas der Theaterautorin Esther Becker, besprochen von Lea Wunderlich.

Mirna Funks zweiter Roman, Zwischen Du und ich, rezensiert von Luisa Banki, thematisiert die Lebenswelten junger Jüd:innen in Berlin, die auf der Suche nach einer jüdischen Lebensführung an ihren Familiengeschichten zu tragen haben. Das Erwachsenwerden im Schatten von Ausgrenzung und Rassismus steht im Zentrum von Shida Bazyars Roman Drei Kameradinnen, besprochen von Karsten Herrmann. Das Gefühl, fremd zu sein, ist auch ein zentrales Element des Debütromans Ministerium der Träume von Hengameh Yaghoobifarah (rezensiert von Laura Stefanie Thomas), in welchem die persönliche Geschichte einer immigrierten, lesbischen Frau in Deutschland erzählt wird. Am anderen Ende des Bogens steht schließlich der scharfzüngige Blick einer jungen Generation – der (überwiegend in der bürgerlichen Mittelschicht verorteten) Millenials – auf sich selbst in Sophie Passmanns Komplett Gänsehaut, rezensiert von Hannah Rosner.

Ergänzt werden die Rezensionen durch einen Essay von Bozena Anna Badura, der sich mit der Frage beschäftigt, welche Rolle die Frage nach dem Geschlecht bei der Auswahl der Lektüre, insbesondere in der belletristischen Gegenwartsliteratur, spielt.

 Viel Freude beim Lesen und Entdecken wünscht

Ihre Redaktion Gegenwartskulturen

Ein Beitrag aus der Redaktion Gegenwartskulturen der Universität Duisburg-Essen