Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 5, Mai 2026
Aufholen, einholen, überholen
In Verena Keßlers „Gym“ gibt es keine Grenzen
Von Lena Kleinen
Schreibende Tochter und schweigende Mutter
In „Autobiografie meines Körpers“ skizziert Lize Spit ein rational aufwühlendes Psychogramm einer Mutter-Tochter-Beziehung
Von Anne Amend-Söchting
Wir chatten an der Liebe vorbei
In Clara Umbachs Roman „Pizza Orlando“ verlieben sich zwei Frauen und finden sich doch nicht – und chatten ist leider auch keine Lösung, erst recht keine literarische
Von Nora Eckert
Zwischen Grammatik und Mythos
Peter Somogyi zeigt in „Heiligkeit, Böses und das Mosaik der Geschlechter“, wie Sprache Geschlecht, Macht und Bedeutung ordnet
Von Silvio Barta
Nachruf auf Volker Hage (1949 – 2026)
Von Jörn Münkner
Die Macht des Wissens
Erinnerung an Francis Bacon, der am 9. April vor 400 Jahren starb
Von Wolfgang Krohn
Angst vor den Träumen
Zu seinem 80. Geburtstag erschien Charles Lewinskys Roman „Eine andere Geschichte“
Von Peter Mohr
Der vergessene Impressionist
Detlev von Liliencron und die blinden Flecken des literarischen Kanons
Von Helmut Amann
Geschichtenerzähler und einer der bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren der Nachkriegszeit
Der 100. Geburtstag von James Krüss wird mit einer Vielzahl von Neuerscheinungen gewürdigt
Von Manfred Orlick
Nachrichten aus der Gefahrenzone des Begehrens
David Wojnarowicz‘ „The Waterfront Journals“ liegen nun mit fast dreißigjähriger Verspätung endlich in deutscher Übersetzung vor – ein nach wie vor verstörender Klassiker der queeren Literatur
Von Nora Eckert
Ein Berlin-Roman, der stark von Lokalkolorit um 1900 geprägt ist
Der Wallstein Verlag hat seine Edition der Werke von Georg Hermann mit dem Roman „Rosenemil“ fortgesetzt
Von Manfred Orlick
Ein Lyriker in Gefängnis und Irrenhaus
Die erste Neuausgabe von Gedichten von Danny Gürtler
Von Redaktion literaturkritik.de
Vom Misstrauen zur Katastrophe
Sergej Slutsch und Carola Tischler sammeln in einem umfangreichen Editionsprojekt Quellen zu den deutsch-sowjetischen Beziehungen in den 1930er Jahren
Von Franz Sz. Horváth
Girls just want to have fun
Hans-Joachim Heerde sammelt in „Die Freundin meines Freundes“ endlich Polly Tiecks Feuilletons der Weimarer Republik
Von Walter Delabar
„Liebe und Salzwasser“
Der letzte Roman der kanadischen Autorin Ethel Wilson ist nun auch auf Deutsch erschienen
Von Redaktion literaturkritik.de
Unter Platzhirschen, Wirtschaftswunder-Spießbürgern und Holzklassenriesen
In den 36 Kurz- und Kürzestgeschichten des Erzählbandes „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ bleibt Heinz Strunk ganz bei seiner gepflegt-pessimistischen Sicht auf unsere Welt und das Leben
Von Dietmar Jacobsen
Das Leben als Tatsache
In dem Band „Alte Frauen“ geht Verena Lueken der Frage nach der Besonderheit des Alters nach, ohne über das Alter sprechen zu wollen
Von Miriam Seidler
Gescheitert ohne Widerstand
Thea Mantwill erzählt in “Gescheiterte Sterne” vom Schicksal einer Wohnungslosen in einer dystopischen Gegenwart
Von Hermann Rotermund
Der Fluss des Lebens
Uwe Kolbe dichtet in „Das Alter der Elbe“ über Vergänglichkeit und Zeitlosigkeit
Von Thorsten Paprotny
Immer Aerger mit Harry
Margret Schepers’ lesenswerter Roman „… und wir träumten vom Matriarchat“ ist Krimi und Reminiszenz an die Frauenbewegung der 1970er in einem
Von Rolf Löchel
Goethes Geist sucht Schillers Schädel
Thomas Göller wirft in seinem Roman „Unsterbliche Überreste“ einen ungewohnten Blick auf die Weimarer Klassik und die deutsche Geschichte
Von Rudolf Lüthe
Wenn Freundinnenschaft zur Zumutung wird
Nähe, Neid und Provinzkomplexe in Marie Menkes Roman „Spielverderberin“
Von Paula Burmeier
Wenn Erzählen unsicher wird
Gerade im Zerfall seiner Form entfaltet Navid Kermanis „Sommer 24“ seine größte erzählerische Kraft
Von Umit Yilmaz
Wir kriegen dich
In „Witch Hunt“, dem zweiten Band um ihre Undercover-Ermittlerin Obalski, setzt sich Susanne Kaiser literarisch gekonnt mit dem Problem des Cybermobbings auseinander und trifft damit einen Nerv unserer Zeit
Von Dietmar Jacobsen
Eine Anleitung zum Überleben
Sibylle Berg legt mit „La Bella Vita“ einen utopischen Roman vor, dessen Erzählung sich im Oszillationsraum zwischen gestern und morgen bewegt
Von Werner Jung
Lyrik als Rückzug: Florian Birnmeyers Gedichtband „Im Dickicht lebt es sich leichter“
Revolutionäre im Hühnerstall
Fernando Aramburus Roman „Fabula“ kann nicht vollends überzeugen
Von Peter Mohr
Konstruktion der Kontingenz
In „Helle Sommer“ erzählt Sophie Astrabie von gelenkten Zufällen, von Trennung und Wiederbegegnung
Von Anne Amend-Söchting
Konditioniert auf süße Hilfslosigkeit
Junko Takases Büroroman „Richtig gutes Essen“ beschreibt eine oral fixierte japanische Gesellschaft
Von Lisette Gebhardt
Drei Autorinnen
Nnedi Okorafor thematisiert in ihrem vielschichtigen Roman „Tod der Autorin“ nicht nur diesen
Von Rolf Löchel
Über das praktizierte Recht nicht zu funktionieren
Franquins “Gaston” wird nun doch fortgesetzt
Von Walter Delabar
Ein Mann mit unverhofften Eigenschaften
„Die Pause ist vorbei“: Dario Ferrari über mittelmäßige Akademiker und den Linksradikalismus der 1970er Jahre
Von Walter Delabar
Ortsbegehungen mit einem unzuverlässigen Erzähler
Lukáš Cabala zeichnet in „Denkst du noch an Trenčín?“ ein phantasiereich gebrochenes Mosaik des Lebens in seiner Heimatstadt
Von Hermann Rotermund
Eine warmherzige Reise ins Erwachsenwerden
Annette Bjergfeldt legt mit „Mr. Saitos reisendes Kino“ einen sehr poetischen Coming-of-Age-Roman vor
Von Michael Fassel
Zwischen Pest und Poesie
Franziska Meier erschließt Giovanni Boccaccios Welt in neuem Licht
Von Ruth Isser
Die Romantik im Blickpunkt
Christian Schärf liefert in “Der romantische Mann” viele kluge Beobachtungen – aber wo bleibt die Systematik?
Von Martin Lowsky
Die Reise im Kopf des Lesers
Ein Sammelband von Susanne Friedrich und Monika E. Müller untersucht „Differenzerfahrung und Adressatenbezug in Reisedarstellungen des 15.–18. Jahrhunderts“
Von Tiffany Krug
Autobiographisches Schreiben als Seiltanz
In seinem Lebensbericht „Sepp“ offenbart sich Hans Ulrich Gumbrecht als unzuverlässiger Erzähler
Von Günter Rinke
Chaos und Trauma in der New York-basierten Literatur nach 9/11
Beatrice Melodia Festa beschreibt in “Flaneur” das New York nach dem Fall der Türme
Von Mechthild Hesse
Mehrsprachigkeit als Medium
Anna Rosa Galileys Studie „Der israelische Dichter Elazar Benyoëtz zwischen Deutsch und Hebräisch“ analysiert und würdigt den Dichter auf erfreuliche Weise
Von Martin A. Hainz
Ein Kompendium zu den Büchern von Erich Kästner
Remo Hug hat den ersten Teil seines Großprojekts vorgelegt, die Ausgaben der Werke Kästners zu dokumentieren und zu beschreiben
Von Stefan Neuhaus
Rückblicke auf die Gegenwart
Norbert Berger ordnet in „Morgen war gestern“ elf dystopische Romane des Jahres 2025 direkt nach ihrem Erscheinen knapp und überblickshaft in den Genrezusammenhang der letzten zehn Jahre ein
Von Thomas Merklinger
Alles fließt… und manchmal fließt es über
Eckhard Lobsien geht in seiner aufschlussreichen Arbeit „Prosa im Überfluss. Zur Epistemologie literarischer Aufmerksamkeit“ der Frage nach, wie sich aus literaturwissenschaftlicher Sicht der Eindruck überflüssiger Prosa erklären lässt
Von Manfred Roth
„Die gesellschaftspolitische Geschichte des Faust-Mythos“: Rüdiger Scholz‘ Darstellung der Gesellschaftsgeschichte des Faust-Mythos
Friedhelm Rathjen untersucht Arno Schmidts Antike-Erzählungen
Zwischen Schnittstelle und Synthese: Das Prinzip Pfropfung als Kulturmodell
Uwe Wirth bestimmt in seinem neuen Buch das Verhältnis von Natur, Kultur und Technik neu
Von Sebastian Meißner
Drei Stoffe, die die Welt bedeuten
Judith Schalanskys Poetikvorlesungen „Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist“ entdecken in drei Materialien die gesamte Kulturgeschichte
Von Gerrit Althüser
Edle Wilde im ewigen Eis?
Daniel Alexander Nagelstutz will in „Die neue Eiszeit“ den Grönland-Diskurs im deutschsprachigen Raum einer imagologischen Analyse unterziehen
Von Miriam Seidler
Vom Sollen der Ethik zum Sein der Tatsachen
Markus Gabriel argumentiert nicht immer ganz überzeugend für die Existenz „Moralischer Tatsachen“
Von Rolf Löchel
Peter Sloterdijks Souveränitätserkundungen
Im Rückgriff auf Machiavelli beleuchtet Peter Sloterdijk in „Der Fürst und seine Erben“, wie charismatisch, ambivalent, moralisch verwildert, absurd und banal Machtausübung sein kann, wenn sie darauf verzichtet, gut sein zu wollen
Von Günther Doliwa
Rebellinnen wohl oft, kaum je aber der Philosophie
Kristin Gjesdals Buch „Rebellinnen der Philosophie“ ist allenfalls bedingt zu empfehlen
Von Rolf Löchel
Der auf sich selbst verkrümmte Mensch
Thomas Arnold und Thomas Fuchs entfalten in „Das unersättliche Selbst“ ein phänomenologisch-existenzielles Konzept narzisstischer Subjektivität
Von Cathrin Nielsen
Permanenz kommunikativer Vernunft
Rückblicke auf die Gesellschaftstheorie von Jürgen Habermas
Von Stefan Müller-Doohm
Die Aushöhlung des Rechtsstaats?
In seinem 2024 erschienenen Buch „Law statt Order. Der Kampf um den Rechtsstaat“ bescheinigt Maximilian Pichl den demokratischen westlichen Gesellschaften eine Krise der Rechtsstaatlichkeit
Von Gertrud Nunner-Winkler und Wolfgang van den Daele
Vom Abenteuer musikalischer Hermeneutik
Wie gut, wenn ein Swiftie Swift liest: Stephanie Burts „Taylor’s Version“
Von Michael Braun
|