Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 7, Juli 2026
Wir sind alle Töchter, aber nicht alle Mütter
Oliwia Hälterleins Debütroman “Wir Töchter“ ist nicht nur feministischer Widerstand gegen familiäre Genealogien, sondern zugleich ein Befreiungsschlag einer postmigrantischen Generation, die ihre eigenen Wege geht
Von Marieluise Labry
Eine Nachricht aus der Vergangenheit
In ihrem Debütroman „Bei aller Liebe“ untersucht Jane Campbell die lebenslangen Auswirkungen von Traumata
Von Miriam Seidler
Selbsttäuschung statt Selbstermächtigung
Über Juliane Baldys „Frau Fünf“
Von Mae Haydam
Der Freund aus Damaskus
Zum 80. Geburtstag von Rafik Schami erscheint sein Roman „Das Mosaik der Frauen“
Von Peter Mohr
Ein Traum ohne Nazis – und doch nah an der Wirklichkeit
Berlin, Anfang der 30er: Erik-Ernst Schwabachs wiederentdeckter Episodenroman „Bilderbuch einer Nacht“ zeigt ein Nachtleben voller Sehnsucht, Gier und flackernden Hoffnungen
Von Oliver Pfohlmann
Eichmann und Heidegger, Brecht und Benjamin
Hannah Arendts „Vorträge und Aufsätze 1963-1977“ sind großenteils noch immer instruktiv
Von Rolf Löchel
Der Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann war ein extrem fleißiger Briefeschreiber
Der Wallstein Verlag startet eine kritische und kommentierte Edition seiner Korrespondenz
Von Manfred Orlick
Geschichten ohne Zusammenhang
Klaus Johannes Thies’ „Lesebuch“ versammelt Prosaminiaturen seiner Wahrnehmung und Erinnerung
Von Werner Jung
Strom, Krieg und tote Schriftsteller
Saša Stanišićs „Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird“ bringt gesprochene Worte zu Papier
Von Alexandra Zweig
Vom Ausbrennen und Ausflippen
In „Solange ein Streichholz brennt“ erzählt Christian Huber mit Brillanz (nicht nur) eine Liebesgeschichte der besonderen Art
Von Anne Amend-Söchting
Asche im Koffer, Fragen im Herzen
Welche Geschichten verschwinden, wenn niemand sie erzählt? In Usama Al Shahmanis „In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied“ entdeckt ein Sohn im Nachlass seines Vaters nicht nur Familiengeheimnisse, sondern auch die verdrängte jüdische Geschichte Bagdads
Von Oliver Pfohlmann
Träne im Augenwinkel
Hans-Ulrich Treichels leicht melancholischer Roman „Das Karussell“
Von Peter Mohr
Zwischen Fake News und Gefühlstaubheit
Rätselraten mit Rollstuhlpetra: Der neue Roman der Österreicherin Raphaela Edelbauer verbindet Philosophie, den Kampf gegen Fake News und Populismus mit skurrilem Witz und Sprachlust
Von Oliver Pfohlmann
Selbstermächtigung einer alten Jungfer
Vier Engländer auf Rheinreise 1851: Ann Schlees Roman „Die Rheinreise“ verwebt äußere Fahrt und psychische Wandlung zur fesselnden Studie viktorianischer Seelennöte
Von Oliver Pfohlmann
Sanfte Auslöschung
Angelika Overath erzählt in ihrem Roman „Calanda oder Alvas Antwort“ vom Abschiednehmen und Ankommen
Von Swen Schulte Eickholt
Vom Fortwirken der Vergangenheit
Svenja Leibers Roman „Nelka“ erzählt ambivalent von den stillen Opfern des Krieges
Von Bernhard Walcher
Lils Widerstand gegen eine dominante Männerwelt
Markus Gasser erzählt in «Lil» spannend und voller Witz deren Geschichte
Von Liliane Studer
Eine theoretische Frage – oder doch eine moralische?
Matthias Nawrat untersucht mit seinem Roman „Das glückliche Schicksal” menschliches Verhalten
Von Liliane Studer
Tödliche Spiele im Kinderzauberland
In Monika Geiers neuem Roman „Ein schönes Kind“ wird aus der harmlosen Suche nach einer Filmlocation ein spannender Horrortrip in die Kindheit einer jungen Frau
Von Dietmar Jacobsen
Nature Writing als Widerstand
In „Beim Anschüren des Eisvogels“ verbindet Leonhard F. Seidl Naturbeobachtung, politische Wachheit und poetische Genauigkeit zu einem realitätsgesättigten Sammelband
Von Florian Birnmeyer
Von der poetischen Aufmerksamkeit
Mit dem Gedichtband „Das Licht über der See bildlos“ geht die Reise des Dichters Heiner Bastian weiter auf der sprachspielerischen Suche nach den Echo-Räumen der Erinnerung
Von Nora Eckert
Flugmaschine Sehnsucht
Hans Georg Bulla zeigt sich in seinem neuen Gedichtband „Auf der Wetterseite“ wieder als Meister melancholischer Sprachstillleben
Von Jürgen Gunia
Gedichte voller Leben und Tod
Die Lyrik Charlotte Mews in der Sammlung „Alle belebten Dinge halten den Atem an“ zeugen von einer Könnerschaft im Umgang mit Sprache, die zu einer lohnenden Neuentdeckung einlädt
Von Manfred Roth
Piano zwischen Pflicht und Passion
In „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ inszeniert Helene Bukowski exzellent ein instrumentalisiertes Instrument in seiner Wirkung auf eine junge Künstlerin
Von Anne Amend-Söchting
Ambitionsloses Epos
Ken Follett legt mit „Stonehenge – Die Kathedrale der Zeit“ einen holzschnittartigen Roman vor
Von Michael Fassel
Dieser Roman ist kein Thriller
Jason Rekulak unternimmt einen spannenden Ausflug in die Welt der Superreichen
Von Mechthild Hesse
Nilpferd, bitte hilf!
Michiko Aoyama legt mit „Im Park der aufgehenden Sonne“ fünf Fallstudien zur bibliotherapeutischen Notfallversorgung vor
Von Lisette Gebhardt
Aber (wann) kommt die Befreiung?
Addie E. Citchens’ “Die Abkehr” erzählt von der freiwilligen Unterwerfung zweier Frauen aus zwei Generationen
Von Mechthild Hesse
Money, Mord und Titelmurks
Ross Montgomerys „Tee, Tod und die versiegelte Tür“ überzeugt als unterhaltsamer Auftakt seiner historischen Detektivreihe, auch wenn die Übersetzung nicht glänzt
Von Thomas Merklinger
Wenn Freundschaft zu Abhängigkeit wird
Im Roman „Dius“ nimmt Stefan Hertmans die Leser:innen mit in die Welt der Kunst
Von Liliane Studer
Wessen Trauer zählt?
Natalja Kljutscharowa präsentiert in „Woher kommst du? Tagebuch einer Geflüchteten“ russische Scham und ukrainische Stimmen
Von Natalia Blum-Barth
Healing Fiction aus Japan
Sawako Natori berichtet in ihrem Buchladenroman „Kirschblüte in der Freitagsbuchhandlung“ von einem magischen Ort
Von Lisette Gebhardt
Frechheit siegt
21. Juni 1946: Frank Thiess fliegt auf. Warum der lauteste der „inneren Emigranten“ mit seinen Märchenstunden trotzdem davonkam
Von Markus Joch
Paris unter den verschiedensten Perspektiven
Birte Thomas untersucht in “Eiffelturm und ‚métro‘” sehr gründlich die Paris-Bilder in der neueren Literatur
Von Martin Lowsky
Aus den Worten Funken schlagen
In seinem Essay „Ich erschreibe mir mein Leben“ erkundet Jano Sobottka Gestalt und Wirkung der Texte Paul Nizons
Von Günter Rinke
Programm und Provokation: Canetti
Ein Handbuch beleuchtet Leben und Werk von Veza und Elias Canetti und lässt ihnen ihre Geheimnisse
Von Heribert Hoven
Haufen, Sammlung, Geschichte?
Einige kritische Notizen zu Helmuth Kiesels „Geschichte der deutschsprachigen Literatur” der Jahre 1933 bis 1945
Von Walter Delabar
Hibernische Hemisphären
Friedhelm Rathjen verknüpft James Joyce und Samuel Beckett von A bis Z
Von Redaktion literaturkritik.de
Von der „Werkpolitik des Nie-Fertigen“. Die Arbeitstechniken der Brüder Grimm
Der kurze Weg von Artemis zu Prinzessin Diana
Kate Hodges hübsch aufgemachter Porträtband „Hexe, Heldin, Kriegerin“ leidet an einigen Schönheitsfehlern
Von Rolf Löchel
Entstanden, um zu bleiben?
Silvana Condemi und François Savatier schildern kompakt und informativ die „Entdeckung einer neuen Menschenart“
Von Jörg Füllgrabe
Vom Geschmack vergangener Jahrhunderte: Wie Geschichte auf der Zunge zergeht
Mit „‚Von Speis zu kochen‘“ macht Barbara Denicolò historische Kochbücher als Spiegel ihrer Zeit lesbar und eröffnet einen ungewöhnlichen Zugang zu Kultur, Alltag und gesellschaftlichem Wandel
Von Silvio Barta
Scham und Angst
Warum Gisèle Pelicots autobiografischer Bericht „Eine Hymne an das Leben“ gelesen werden sollte
Von Rolf Löchel
Auch die Rechten denken
Maik Tändler hat eine umfängliche Darstellung der rechten Intelligenz in der alten Bundesrepublik vorgelegt.
Von Gerhard Poppenberg
Im intellektuellen Sinkflug
Die feministische Pionierin Alice Schwarzer versucht in „feminismus pur. 99 worte“ zumindest alphabetisch korrekt zu erklären, dass sie immer recht hat
Von Nora Eckert
Hoffnung und Verzweiflung auf dem Balkan
Marie-Janine Calics „Balkan-Odyssee“ behandelt Koexistenz und Akzeptanz von Juden auf dem Balkan bis zum Untergang
Von Mechthild Hesse
Die Hegemonie geht verloren
Christoph Bartmann findet keine Rezepte gegen die kulturpolitische „Attacke von rechts“
Von Hermann Rotermund
Konjunktur der Verletzlichkeiten
Maria-Sybilla Lotter analysiert in „Opfer“ die moralische Aufwertung von Opfern aus der Perspektive der praktischen Philosophie, ohne sich dabei von den Positionen der rechtskonservativen Kulturkritik abzugrenzen
Von Hermann Rotermund
Brennglas Mitteleuropa
In Jan Křens voluminösen Kompendium „Zwei Jahrhunderte Mitteleuropa” wird ein historisch gewachsener kultureller Raum zeitgleich in seinen widersprüchlichen regionalen Ausprägungen in Augenschein genommen
Von Volker Strebel
Verbindungen auf dem Prüfstand
In seinem aktuellen Ratgeber „Du darfst loslassen, was dir nicht guttut“ schreibt der japanische Weltbestsellerautor Ichiro Kishimi über den „Mut, allein zu sein“
Von Lisette Gebhardt
Ideen und Rucksäcke
Dirk von Petersdorff legt mit „Wir Kinder der Leichtigkeit“ eine kluge Gegenwartsanalyse vor
Von Werner Jung
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