Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 4, April 2022

Schwerpunkt: Krieg und Frieden - Teil II

Schicksale aus Mariupol
Wie schreibe ich über das, wofür ich keine Worte finde? Wie schreibe ich über den Krieg, den Russland gegen meine Mutter, meinen Bruder, meine Freunde und Bekannte sowie Millionen von friedlichen Menschen in der Ukraine führt?
Von Natalia Blum-Barth

Krankheit, Krieg und Existenz
Mohannad Abou Shoaks Studie zu Karl Jaspers als Arzt, Patient und Philosoph, gelesen unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine
Von Katja Hachenberg

Zwischen Ost und West
Die Ukraine: „Raum der Engel“ oder „Dämonen der Peripherie“?
Von Hans-Christian Trepte

Wer ins Paradies kommen will, muss vorher sterben
Hany Abu-Assads Film „Paradise Now“ (2004) als Exempel der zwei Seiten einer Medaille: Krieg und Frieden
Von Bernd Nitzschke

Krieg oder ?
Von Andreas Weber-Meewes

Sigmund Freuds Pazifismus im Ersten und vor dem Zweiten Weltkrieg
Sein Essay „Zeitgemäßes über Krieg und Tod“ von 1915 und der Briefwechsel mit Albert Einstein in einer neuen Ausgabe
Von Thomas Anz

Songs für den Frieden und das Ende der Kriege – Fortsetzung

Editionen und Neuauflagen

Wie Frauen sich eine bessere Welt vorstellen
Christiane Wyrwa stellt „Literarische Utopien von Frauen vom 15. bis 20. Jahrhundert“ vor
Von Rolf Löchel

Jubiläen und Gedenktage

Alles, was er tut, steht im Dienst der Frauen
Der Frauenrechtsverein Terre des Femmes lässt in einem „Jubiläumsrückblick“ sein Engagement aus vier Jahrzehnten Revue passieren
Von Rolf Löchel

Deutschsprachige Literatur

Zwei Frauen auf der Suche nach einem Weg zurück ins Leben
Ronja von Rönne überzeugt mit „Ende in Sicht“, einem Roman über Depression
Von Liliane Studer

Neues ganz sachlich
Michael Töteberg erzählt in „Falladas letzte Liebe“ Hans Falladas letzte Jahre im Berlin des Aufbaus
Von Nicole Karczmarzyk

Eine Lebensetappe zwischen Erinnerung und Roman
„Hast du uns endlich gefunden?“: Edgar Selges Abrechnung mit einer Jugend voller Musik, Bildung und Gewalt
Von Stephan Wolting

Schuldig zwischen Wahn und Wirklichkeit
Annika Domainko debütiert mit „Ungefähre Tage“, einem Roman über Missbrauch in der Psychiatrie
Von Rainer Rönsch

Schmiegsam und glatt, weich und dabei voll Spannkraft?
Nora Bossongs politikanalytischer Essay „Die Geschmeidigen“ fällt seiner Geschmeidigkeit zum Opfer
Von Vanessa Franke

Vor dem Twitter-Tribunal
Schweizer Zeit- und Sittengemälde: In Hansjörg Schertenleibs Roman „Offene Fenster, offene Türen“ versuchen ein Musiklehrer und eine 19-jährige Schülerin ihre Würde zurückzugewinnen
Von Oliver Pfohlmann

Zwischen Scham und Bunker
Westdeutsche Familienhölle: Svealena Kutschkes Roman „Gewittertiere“
Von Oliver Pfohlmann

Blick in den Abgrund
Der Roman „Tick Tack“ von Julia von Lucadou schildert die düsteren Seiten unserer Gegenwart
Von Steffen Krautzig

Von der Pantherzeit zum Vogelweg als Klangpfad
Marica Bodrožićs Gang mit Walter Benjamin in „Die Arbeit der Vögel: Seelenstenogramme“
Von Maria Behre

Bringing out the dead
In seinem Debütroman „Aus unseren Feuern“ erzählt Domenico Müllensiefen vom Leben und Sterben einer verlorenen Nachwendegeneration
Von Sebastian Weirauch

Eine behütete Kindheit in unsicheren Zeiten
Sylvia Schlettweins Geschichten erzählen Erinnerungen aus dem Norden Namibias
Von Julia Augart

Ein Citoyen wirbt für Zivilisation, Kultur und Demokratie
Karl-Markus Gauß lädt mit „Die Jahreszeiten der Ewigkeit“ zum Erinnern an Vergangenes, zu einem Erkennen des Hier und Jetzt und damit zu einer Mitgestaltung der Zukunft ein
Von Günter Helmes

Eine Prinzessin bei Shakespeare
Judith Kuckarts Roman „Café der Unsichtbaren“
Von Peter Mohr

Stabil unklare Dichtungen
Ulrike Almut Sandig experimentiert in „Leuchtende Schafe“ mit Wörtern und Bildern
Von Thorsten Paprotny

Plansprachen als Erlösung der Menschheit
Clemens J. Setz erforscht die Utopie von der begrifflichen Schärfe
Von Marisa Müller

Vom Eurozentrismus zum Postkolonialismus?
Erläuterungen von Hans Christoph Buch
Von Michi Strausfeld

Das Fell, das fehlt
In den glockenhellen Gedichten des melancholischen Bandes „Es fielen die schönen Bilder“ von Utz Rachowski schlägt einem Hund die letzte Stunde
Von Andreas Urban

Ein unmoralisches Angebot
Natalie Buchholz geht in ihrem Roman „Unser Glück“ der Frage nach, wie die Macht von Vermietern sich auf eine Paarbeziehung auswirken kann
Von Miriam Seidler

Kindheit mit Ball
Andreas Bernards Band „Wir gingen raus und spielten Fußball“ – zwischen Liebeserklärung und Melancholie
Von Peter Mohr

Systemvergleich
einzlkinds verstörender Zukunftsroman über den Streit zwischen Populismus und Künstlicher Intelligenz: „Minsky“ lässt keine Wahl
Von Walter Delabar

Großes Kino, das auf Antwort wartet
„Einer der Spiegel des Anderen“: Zum Briefwechsel zwischen Gretha und Ernst Jünger
Von Christophe Fricker

Poetische Gelassenheit
Jörg Neugebauer legt in „Kühe spielen Minigolf“ fantasievolle Gedichte vor
Von Thorsten Paprotny

Fremdsprachige Literatur

Was ist eine Positivitätspropagandistin?
Bernardine Evaristo erzählt in ihrem Memoir „Manifesto. Warum ich niemals aufgebe“, wie uns Herkunft prägt, aber das Leben trotzdem eine offene Rechnung ist
Von Nora Eckert

Kitschiger Liebesroman oder intellektuelles Meisterwerk?
In „Schöne Welt, wo bist du?“ begibt sich Sally Rooney auf die Suche nach dem Sinn des Lebens
Von Laura Harff

Der Nachtjasmin im Museum
Leila Slimanis essayistischer Erinnerungsband „Der Duft der Blumen bei Nacht“
Von Peter Mohr

Varianten der Liebe in Tinder-Zeiten
Patrício Prons „Morgen haben wir andere Namen“: Eine Radiographie
Von Michi Strausfeld

Der Pechvogel
Der Roman „Das zweite Leben des Adolf Eichmann“ macht Eichmann, von dem das historische Wissen vermeintlich klare Konturen gezeichnet hat, zum Gegenstand literarischer Fiktionalisierung
Von Patrick Eser

Verblasste Bilder aus Dörfern der Ukraine
Eine imaginierte Kindheitswelt: Aharon Appelfelds Roman „Sommernächte“
Von Johann Holzner

Lesen in der Corona-Krise – Teil 24
Aus der Wirklichkeit der Pandemie: Der Schriftsteller Liao Yiwu begibt sich in „Wuhan. Dokumentarroman“ auf Spurensuche
Von Ulrich Klappstein

Das Gedächtnis des Leidens
In ihrem neuen Roman „Das Flüstern der Feigenbäume“ erzählt Elif Shafak vom Zypern-Konflikt
Von Swen Schulte Eickholt

Die Würde der Rosen
Andrea Tompas „Omertà“ schildert privaten, ethnischen und gesellschaftlichen Schrecken vor dem Hintergrund des rumänischen Stalinismus
Von Franz Sz. Horváth

Blut und Licht
Djaimilia Pereira de Almeidas Kurzroman „Im Auge der Pflanzen“ erforscht mit großer Sprachgewalt und kleiner Handlung die Schuld und mangelnde Sühne des Kapitän Celestino
Von Felix Haas

Kleines bitterböses Meisterwerk
Mit „Das synthetische Herz“ legt Chloé Delaume ein kleines bitterböses und zugleich höchst amüsantes Meisterwerk rund um das unfreiwillige Singledasein ihrer Protagonistin vor
Von Karsten Herrmann

Mord in der Halligwelt
Mathijs Deen schildert in „Der Holländer“ das tödliche Ende einer brüchigen Freundschaft zwischen Wattwanderern
Von Rainer Rönsch

Vergeben, aber nicht vergessen
In „Mama Penee“ kommt eine Herero Stimme zum Genozid in Namibia zu Wort
Von Julia Augart

Doppelte Identität und flegelhafter Psychiater
Der schottische Autor Graeme Macrae Burnet schreibt mit „Fallstudie“ einen kunstvoll verrätselten Roman über einen Außenseiter der Psychotherapie
Von Rainer Rönsch

Spiegelfechtereien
Maurice Leblancs Geschichten um den Gentleman-Gauner „Arsène Lupin“ in neuem Gewand
Von Walter Delabar

Schlucken Sie doch Glassplitter!
Ein unheimliches Graffito, ein Finanzbetrüger und eine Frau, die ihren Körper gegen ein Luxusleben tauscht: Emily St. John Mandels neuer Roman „Das Glashotel“
Von Oliver Pfohlmann

Protokoll 42
Hervé Le Telliers oulipotischer Hyper-Roman „Die Anomalie“ ist ein unterhaltsames literarisches „scoubidou“
Von Thomas Merklinger

Literaturwissenschaft

Zäsuren durchsetzen
Nikolas Buck erhellt Epochenkonstruktionen im literarischen Feld
Von Markus Joch

Gegenentwürfe zur alghorithmisch modellierbaren Realität
Philipp Schönthaler über die Automatisierung des Schreibens
Von Ulrich Klappstein

Einblicke in ein langes Forscherleben
In „Gratwanderung zwischen Facta und Ficta“ schildert Franz Karl Stanzel seinen persönlichen und wissenschaftlichen Werdegang
Von Günter Rinke

„Alice im Wunderland“ mit anderen Augen gelesen
Mit einer Mischung aus Anekdoten und literaturwissenschaftlichen Erkenntnissen blickt Peter Hunt auf die Entstehungsgeschichte des Kinderbuchklassikers von Lewis Carroll
Von Michael Fassel

Phantasie und Schreib-Arbeit
Lutz Seilers Heidelberger Poetik-Vorlesung
Von Hannes Krauss

Literatur an der Taktiktafel
Mit „Literatur verstehen in 77 Schritten“ gelingt Johannes Frey ein Leseratgeber, in dem er den Künstler-Genius entmystifiziert und stattdessen die Erzählmuster der Literatur verständlich erklärt
Von Stefan Dierkes

Was macht das Gedicht?
„Gegenwartslyrik“: Björn Hayers kundige und findige Bestandsaufnahme zeitgenössischer Lyrik
Von Michael Braun

Ein Standardwerk für einen unbekannten Autor
Lutz Graner hat mit „Auf meinem Namen sitzt die Laus“ eine Monographie zu Günter Bruno Fuchs vorgelegt
Von Wilfried Ihrig

Anton Philipp Knittel beleuchtet im Marbacher Spurenheft 127 den Schriftsteller Ludwig Pfau und Heilbronn

Kultur- und Medienwissenschaft

Trost spenden Texte als Gefährtinnen und Gefährten
Michael Ignatieff schreibt „Über den Trost in dunklen Zeiten“ einer säkularen Welt
Von Stephan Wolting

Zugetextet werden: That’s life!
Annähernd drei Dutzend Autorinnen und Autoren ehren den Passauer Literatur-, Medien- und Kulturwissenschaftler Hans Krah zu seinem 60. Geburtstag
Von Günter Helmes

Kunst und Krankheit
Mit Unda Hörner auf den Zauberberg!
Von Stefanie Leibetseder

Die soziale Dimension des Lesens
In ihrem Essay „Szenen des Lesens“ beleuchtet Julika Griem verschiedene Facetten der Kulturtechnik
Von Michael Fassel

Lesen in der Corona-Krise – Teil 25
Pandemiebedingte Kommunikationsbedürfnisse: Mit seinem Buch „Latenzzeit“ möchte Alexander Schneider für kulturell Verborgenes in der visuellen Kommunikation der Pandemie sensibilisieren, offenbart aber gleichzeitig bildwissenschaftliche Methodenschwächen
Von Martin Janda

Eine Welt zwischen Mittelalter und Neuzeit
Ein Sammelband von Günter Frank, Franz Fuchs und Mathias Herweg präsentiert „Das 15. Jahrhundert“ als Ganzes aus interdisziplinärer Sicht
Von Jürgen Wolf

Geschichte, Politik und Philosophie

Wie das Private politisch wurde
Ursula I. Meyer stellt „Frauenrechtlerinnen“ und ihr Wirken aus Vergangenheit und Gegenwart vor
Von Rolf Löchel

Was ist eigentlich Philosophie?
Karen Gloys Studie „Das Projekt interkultureller Philosophie aus interkultureller Sicht“ überdehnt den Philosophiebegriff
Von Rolf Löchel

Verschiedenes