Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 9, September 2025
Ein Vademekum der Identitätssuche
Über Dmitrij Kapitelman und seine Analyse einer beängstigenden, fragilen Gegenwart
Von Thorsten Schulte
Aus dem Resonanzraum des Krieges
Serhij Zhadans Erzählband „Keiner wird um etwas bitten“ versammelt Momentaufnahmen des Kriegsalltags in der Ukraine
Von Thorsten Schulte
Plädoyers für komplexes Argumentieren im Nahostkonflikt
Benny Morris „Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems“ und Oren Kesslers „Palästina 1936“ sind zwei empfehlenswerte Neuerscheinungen zu den Wurzeln eines komplizierten Krieges
Von Franz Sz. Horváth
Heldische Ambition und Todesangst
Hisashi Tôharas Zeitzeugenbericht „Hiroshima. Eine Stimme aus der Hölle“ erzählt vom Tag des Atombombenabwurfs und dem Danach
Von Lisette Gebhardt
Zeitlose Warnungen
Thomas Mann richtet flammende Appelle an ein Deutschland in dunkelster Stunde
Von Stefan Cernohuby
Brechts „Kriegsfibel“ erschien erstmals vor siebzig Jahren
Zum Jubiläum der Erstpublikation ist das Antikriegsbuch wieder erschienen
Von Manfred Orlick
Deutscher Buchpreis 2025: Die Shortlist wurde bekanntgegeben
Von Redaktion literaturkritik.de
Very vegan
Warum gemeinsames Essen von Fleisch- und Pflanzenfressern heute schnell zu einem Kulturkampf ausartet
Von Dirk Kaesler und Stefanie von Wietersheim
Rilkes früher Gedichtband „Mir zur Feier“ war ein Umbruch in seinem Werk
Zum Rilke-Jubiläum ist der Band in seiner ursprünglichen Gestaltung erschienen
Von Manfred Orlick
Zum Tod des Lyrikers, Literaturkritikers und Literaturwissenschaftlers Harald Hartung: aus dem Archiv von literaturkritik.de
Ein Hauch von Wuxia
Der klassische chinesische Roman „Vollständige Überlieferung von den Ufern der Flüsse“ liegt erstmals in einer ungekürzten deutschen Übersetzung vor
Von Manfred Roth
Zum zweiten Mal verschwunden
Mit „Moonlight Mile“ hat Dennis Lehane 2010 seine Kenzie & Gennaro-Reihe abgeschlossen – nun hat Peter Torberg den Roman neu übersetzt
Von Dietmar Jacobsen
Weit mehr als Exotik und Politik
Mit Ida Peiffer 1857 unterwegs nach und durch Madagaskar
Von Günter Helmes
Wenn das Ich ein Beiwerk des Selbst ist
Luis Ruby gelingt eine großartige Neuübersetzung von Clarice Lispectors Roman „Die Passion nach G. H.“, in dem die Autorin tief in eine philosophisch-poetische Suche nach der menschlichen Identität eintaucht
Von Nora Eckert
Das Wort als Waffe der Wahl
Der ein-FACH-Verlag hat mit der Autobiografie „Leben“ und dem Roman „Herland trifft Ourland“ dankenswerterweise zwei weitere Bücher von Charlotte Perkins Gilman erstmals ins Deutsche übersetzt
Von Rolf Löchel
Auf kunstvolle Weise wortkarg
Judith Kuckarts Roman „Die Welt zwischen den Nachrichten“
Von Hannes Krauss
Meine Brust gehört mir!
In dem Roman „Haus des flüssigen Goldes“ stellt Clemens Berger die Frage nach der Bedeutung von Muttermilch
Von Miriam Seidler
Die Antike ist noch lange nicht vorbei
Anne Jelena Schulte geht in ihrem Theaterstück „Antiope“ gewissermaßen nach vorne zurück, um mit feministischem Blick das Drama von gestern als das Drama von heute zu erzählen
Von Nora Eckert
Martin Walsers persönliche Vorliebe für Leipzig als literarischen Ort
In der Edition Isele sind seine Reisenotizen erschienen
Von Manfred Orlick
Sieg der Vernunft über die Angst
Lukas Maisels Roman „Wie ein Mann nichts tat und so die Welt rettete“ widmet sich einem historischen Moment, der die Welt beinahe in einen nuklearen Krieg gestürzt hätte – und der Entscheidung eines russischen Offiziers, der uns allen das Leben rettete
Von Monika Grosche
Der heilige Narr in Gefahr
In ihrem Roman „Die Freiheit der Puppen“ lässt Federica de Cesco eine Puppenspielerin unangenehme Wahrheiten aussprechen
Von Günter Rinke
Martha und ihre Brüder
Barbara Imgrund erzählt vom ernsten Thema ihrer Geschichte „Der Wurm“ fast immer stilsicher
Von Rolf Löchel
Die richtige Stille gefunden
Julia Engelmann hat mit ihrem Debüt „Himmel ohne Ende“ einen berührenden, äußerst feinfühligen Adoleszenzroman vorgelegt
Von Peter Mohr
Entweder Euphorie oder Apathie
In seiner Erzählung „Lorna“ porträtiert Paul Maar mit Prägnanz die Untiefen einer Persönlichkeit
Von Anne Amend-Söchting
Will einer eine Reise tun, dann kann er was erleben
Navid Kermani erzählt davon, wie beschwerlich schon der Aufbruch zu einer Reise sein kann
Von Günter Helmes
Die Eroberung der Welt
Tommy Wieringas faszinierender Roman „Nirwana“ handelt ebenso von Feuer und Zerstörung wie von Mitgefühl und Fürsorge
Von Peter Mohr
Die Wucht der Sucht
In „Vergiss mich“ erzählt Alex Schulman eindringlich und einprägsam vom Alkoholismus seiner Mutter
Von Anne Amend-Söchting
„Über Muscheln laufen“
Einblicke und Perspektiven in die kamerunische Diaspora
Von Julia Augart
20.000 Elefanten in Berlin
Gaea Schoeters Roman „Das Geschenk“ ist ein Buch mit Suchtfaktor
Von Peter Mohr
Die Flüchtigkeit der Form
Anne Michaels lang erwarteter Roman „Zeitpfade“ ist ein aufregendes Puzzlespiel durch Raum und Zeit
Von Oliver Pfohlmann
Jenseits der Metaphern
Neige Sinno dekonstruiert in „Trauriger Tiger“ die allgemeinen Vorstellungen über sexuellen Missbrauch
Von Swen Schulte Eickholt
Vulkandichtung
Halldór Guðmundsson lädt in seinem neuesten Buch ein zu einer Reise durch ein Jahrtausend isländischer Literatur
Von Jan Alexander van Nahl
Eine spirituelle Japanreise
Beth Kempton sucht in ihrem Ratgeberbuch „Kokoro“ nach Sinn und Sein
Von Lisette Gebhardt
Gefährliche Bügeleisen und sexistische Schauspieler
Elaine Garveys Debütroman „Die Frau hinter der Bühne“ bleibt unter seinen Möglichkeiten
Von Michael Fassel
Scharfer Blick auf das große Ganze, scharfer Blick auf die Einzelheiten
Florian Krobbs Buch „Realismus-Lektüren“ bietet einen sehr reichhaltigen Einstieg in diese literarische Epoche
Von Martin Lowsky
Erfundene Wahrnehmung und wilde Semiosen
In „Irrläufe. Herta Müllers Poetik des Eigen-Sinns“ setzt sich Norbert Otto Eke kenntnisreich und einfühlsam mit den literarischen Wurzeln und Wegen der Nobelpreisträgerin auseinander
Von Marcus Neuert
Eine Dissertation nur für Experten?
Bianca Genglers „The American Dream and the City of Angels“ untersucht intensiv und aufschlussreich die amerikanische Prosa der Jahrtausendwende
Von Mechthild Hesse
Von Rosen, Namen und dem ‚Mittelalter‘
Eine von Angela Oster und Jörg Schwarz herausgegebene Aufsatzsammlung zeigt Wege zu „Umberto Ecos Mittelalter“
Von Jörg Füllgrabe
Neues, deutsches Lied
Julia Ingold und Manuel Paß kämpfen um die literaturwissenschaftliche Anerkennung des Deutschrap – Aber hat er das nötig?
Von Walter Delabar
Pragmatisch und lebensnah
Wolfgang Schiffer und Dinçer Güçyeter versammeln 21 Backstage-Geschichten über den Weg eines Werks von der Konzeption bis zur Veröffentlichung
Von Gabriele Wix
Die Schrift hörbar machen
Cornelia Zetzsches Band „Vom Klang des Lesens. Wie Schriftsteller und Schriftstellerinnen lesen, hören, schreiben“ ist ein Plädoyer für das Hören
Von Michael Fassel
Die Dichterzimmer in Weimar sind ein Besuchermagnet für Literaturfreunde
Eine Neuerscheinung macht mit ihrer Geschichte und Ausstattung bekannt
Von Manfred Orlick
Die Japanolog*innen Lisette Gebhardt und Christian Chappelow publizieren im EB-Verlag den Sammelband „Formationsprozesse japanischer Literatur“
Lesen als Wiederbelebung
Lesen Sie einfach, als hätten Sie es selbst geschrieben: Bettina Stangneths Plädoyer für selbstbewusstes Lesen jenseits von Deutschunterricht und Literaturkritik
Von Oliver Pfohlmann
Licht über Finsternis!
Mischa Wolfgang Weggen liefert anhand der „Oberuferer Weihnachtsspiele“ einen „Beitrag zur Wissenschafts- und Aufführungsgeschichte“ traditioneller Stoffe und Motive im 20. Jahrhundert
Von Jörg Füllgrabe
Die blinden Flecken der Schöpfung
In „Kreative Gesellschaft“ verortet Tomas Kačerauskas die kreative Klasse im Spannungsfeld postmoderner Schöpfung und interdisziplinärer Analyse
Von Silvio Barta
Hitlers fröhliches Lachen
Wie interviewt man einen Diktator? In seinem letzten Buch untersucht der im vergangenen Jahr verstorbene Medienexperte Lutz Hachmeister Gespräche von Auslandsjournalisten mit Adolf Hitler
Von Oliver Pfohlmann
Zuhören als Kunst
In einer Welt, in der das laute Reden dominiert, fordert Bernhard Pörksen in „Zuhören. Die Kunst sich der Welt zu öffnen“ Rückbesinnung auf eine vergessene Fähigkeit: das bewusste, empathische Zuhören.
Von Sebastian Meißner
Nicht nur Heidelberg und München!
Das Ehepaar Hübinger verortet Max Weber in Berlin
Von Dirk Kaesler
Auf der Suche nach einer deutschen Kulturpolitik im Schatten der Vergangenheit
Der Historiker Stephan Oswald rekonstruiert in „Rückkehr nach Rom“ am Beispiel der Villa Massimo den schwierigen Start der deutschen Kulturpolitik und Kulturförderung im Ausland nach 1945
Von Nora Eckert
Gefühlige Naturrechtsphilosophie?
Martin Mulsow klärt über die Diskussion zu „Naturrecht und Emotion“ in der Frühaufklärung auf
Von Rolf Löchel
Ein Handbuch zur „Zukunft Stadt“ und nachhaltigen Entwicklung
Zwischen Ton und Zeit
Christoph Türckes „Philosophie der Musik“ ist ein monumentales, hellsichtiges Werk, das weit mehr bietet als Theorie, und der schwer fassbaren Kunstform auf den Grund geht
Von Sebastian Meißner
Wie zeichnet man einen Baum?
Ein Buch von Carmen José erzählt in poetischen Worten und Bildern von Wissen und Nicht-Wissen, Lehren und Lernen, Kunst und Haltung – und dem Erkenntnisprozess eines schöpferischen Subjekts
Von Katja Hachenberg
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